Finanzinvestor übernimmt Celanese
Nützliche Ausputzer

Die Finanzinvestoren schlagen wieder zu. Der Kauf des deutschen Chemiekonzerns Celanese bringt die angelsächsischen Beteiligungsfonds wieder kurz ins Rampenlicht.

Die Finanzinvestoren schlagen wieder zu. Der Kauf des deutschen Chemiekonzerns Celanese bringt die angelsächsischen Beteiligungsfonds wieder kurz ins Rampenlicht. Doch außerhalb des Börsenparketts wird die Aufmerksamkeit für Gesellschaften wie Blackstone schnell wieder verschwinden. Zurück aber bleibt die Frage: Sind die Finanzinvestoren Heilsbringer oder brutale Firmenfiletierer? Tatsache ist, dass die Private-Equity-Häuser als liquide Reparaturbetriebe der Deutschland AG immer dann zur Stelle sind, wenn irgendwo ein Konzernteil klemmt oder die Börse etwas unterbewertet. Der oft gepredigte Rückzug auf das Kerngeschäft ist ohne sie undenkbar.

Und offenbar können sie die besten Preise zahlen. Denn hinter den Kunstnamen wie Permira, Cinven, Blackstone oder KKR verbergen sich milliardenschwere Finanzierer, die das Geld von institutionellen Investoren bündeln, Firmen kaufen, sie über Jahre aufpäppeln und dann mit hohem Gewinn weiterreichen. Bei den Investmentbanken sind sie längst gern gesehene Stammkunden, denn die Banken verdienen prächtig an den großen Deals. Man denke nur an die Fachverlage von Bertelsmann-Springer oder den Fernsehsender Pro Sieben Sat. 1, die im Sommer von Finanzinvestoren gekauft wurden. Aber es gibt auch eine dunkle Seite der Sanierer. Einige wenige, auf Schieflagen spezialisierte „Geier-Fonds“ holen das Letzte aus den Firmen heraus und lassen sie dann fallen.

Bei aller Kritik an den gelegentlich rüden Methoden der Finanzakrobaten: Wer die Beteiligungsmanager in der Kabine halten will, muss Ersatzspieler benennen. Und die sind nicht in Sicht. Denn die Industriekonzerne können gerade erst wieder Luft holen, die „Kriegskassen“ sind leer. Und die Banken haben sich längst aus dem Beteiligungsgeschäft verabschiedet.

Übrigens werden es 2004 die Finanzinvestoren aus den USA und Großbritannien sein, die den Kurszettel in Frankfurt bereichern. Denn ihre Portfolios sind randvoll mit Börsenkandidaten. Um ihre Renditeversprechen gegenüber den Geldgebern einhalten zu können, sind die Beteiligungsmanager auf „Exits“ am Kapitalmarkt dringend angewiesen. Deutschland bleibt also die Spielwiese von Blackstone & Co. Gott sei Dank!

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