FINANZINVESTOREN
Hunger auf mehr

Die Creme der deutschen Unternehmen muss sich warm anziehen.

Auch die 30 Gesellschaften im Deutschen Aktienindex rücken in die Reichweite von Finanzinvestoren. Selbst feindliche Übernahmen sind inzwischen nicht mehr auszuschließen. Der Griff eines Private-Equity-Hauses nach einem Top-Konzern in Deutschland ist sicherlich eher eine Frage von Monaten als von Jahren.

Denn die Finanzinvestoren treten die Flucht nach vorn an. Sie schwimmen in Geld und müssen die Mittel in Akquisitionen unterbringen. Die eigenen Investitionsgewohnheiten erhöhen zudem den Druck auf die Beteiligungshäuser, viele Milliarden zu investieren, und das bedeutet: in Dax-Unternehmen. Denn normalerweise decken die Finanzinvestoren nur etwa ein Drittel ihrer Akquisitionen mit Eigenkapital ab. Der Rest wird über Schulden finanziert. Umso größer muss entsprechend die eingesetzte Summe sein, wenn die Eigenmittel so groß sind, zumal Anwalts- und Beraterkosten nicht mitwachsen.

Dass immer mehr Pensionsfonds und Versicherungen den Managern der Private-Equity-Häuser Milliarden in die Hände legen, ist nur zu verständlich: Die alternative Anlageklasse erwirtschaftet eine Rendite, die vielfach im Bereich von 20 Prozent liegt. Da können herkömmliche Investments in Aktien und Anleihen nicht mithalten. Und auch die viel diskutierten Hedge-Fonds kommen nicht mit.

Bleibt nur die Frage, welches Dax-Unternehmen am gefährdetsten ist? Wetten werden zwar noch angenommen, aber vieles deutet darauf hin, dass die Finanzinvestoren vor allem den Mischkonzern Tui im Blick haben. Sollte MAN beim Übernahmekampf mit VW um Scania den Kürzeren ziehen, droht eine Zerschlagung der Münchener. Die Finanzinvestoren werden auch hier Schlange stehen.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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