Finanzinvestoren
Kommentar: Kalkulierter Kaufrausch

Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) eröffnet die Woche mit einem Paukenschlag. Für rund 29 Mrd. Dollar will das Powerhouse unter den Finanzinvestoren den Kreditkartenabwickler First Data Corp übernehmen. Seit dem Jahresbeginn hat KKR damit schon Firmenkäufe von zusammen gut 75 Mrd. Dollar angekündigt. Auf der Einkaufsliste stehen bereits der Energiekonzern TXU und die Drogeriekette Alliance Boots.

Was ist los mit den Finanzinvestoren? Warum hört der Kaufrausch nicht auf? Die Antwort ist relativ einfach: Die Konditionen und Zinsen für Kredite und andere Fremdfinanzierungen sind auf dem niedrigsten Stand seit rund zehn Jahren. Das wirkt wie ein Turbo-Hebel bei den Deals. Nur rund ein Viertel der Kaufpreise wird über das Eigenkapital der Fonds bestritten, den Rest besorgt die schier grenzenlose Liquidität im Markt. Banken und vermehrt auch „non banks“ wie Mezzanine- und Hedge-Fonds sorgen mit ihren Darlehen und strukturierten Kapitalmarktprodukten dafür, dass die Transaktionen der Private-Equity-Häuser immer neue Rekorde aufstellen. Hinzu kommt ein hoher Anlagedruck, denn die Milliarden, die die Fonds 2006 einsammelten, müssen möglichst rasch untergebracht werden.

Allen Beteiligten dämmert aber auch: Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Das einmalige Szenario aus niedrigen Zinsen und rund laufender Konjunktur hält nicht ewig. Das erklärt die Eile, mit der KKR und Konsorten gegenwärtig unterwegs sind.

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