Finanzinvestoren
Kommentar: Krisengewinnler

Klar schmerzt es Banken wie die Citi, die Deutsche Bank oder nach letzten Informationen auch die von der Finanzkrise gebeutelte UBS, wenn sie nach harten Monaten des Wartens auf bessere Zeiten ihre Spezialkredite jetzt losschlagen müssen. Ein saftiger zweistelliger Abschlag auf den fairen Wert der Private-Equity-Darlehen schreckt nicht nur das Management der Institute, sondern auch deren Aktionäre. Das gilt für die Anteilseigner umso mehr, da die Konditionen nur schwer zu durchschauen sind.

Noch härter wird es, wenn die Spekulationen aufgehen und die verkaufenden Institute den Finanzinvestoren auch noch Kredite für die Finanzierung der Darlehenskäufe gewähren. Denn der Ursprung der heute wie Giftmüll in den Beständen der Banken liegenden Kredite geht auf Darlehen an die Private Equities zurück. Verrückte Welt. Dennoch ist die Entscheidung der Banken richtig. Sie verdienen ihr Geld mit Geschäften und nicht mit der Abschreibung von Darlehen und Wertpapieren, die ihnen jegliche Bewegungsfreiheit nehmen.

Auch wenn Vorsicht im jetzigen Stadium der Finanzkrise weiter angebracht ist: Es handelt sich hier um ein erstes Zeichen, dass das Vertrauen langsam, sehr langsam wieder zurückkehrt. Finanzinvestoren haben schon immer ein gutes Näschen für den richtigen Zeitpunkt bewiesen. Selbst wenn noch Rückschläge an den Märkten in den nächsten Wochen drohen: Ein Anfang ist vollbracht.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
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