Finanzplatz Frankfurt
Der Euro ist ein Segen - trotz allem

Der Euro hat auch seine guten Seiten. In der Bankenstadt Frankfurt wissen sie das genau.
  • 13

DüsseldorfDer Euro hat Schwächen, das macht die Schuldenkrise der Währungsunion mehr als deutlich. Das ist eine Seite der Bilanz. Auf der anderen dagegen stehen eine ganze Reihe von Vorzügen, derer man sich durchaus des Öfteren erinnern darf.

Meist wird von den Vorteilen für die heimischen Unternehmen gesprochen, allen voran den Exporteuren, die ihre Waren vergleichsweise günstig in den Euroraum, nach Asien oder die USA verkaufen können. Und davon, dass sich Deutschland praktisch zum Nulltarif finanzieren kann, weil es bei Investoren als letzter seriöser Schuldner im Währungsraum gilt.

Ein Segen ist der Euro aber auch für Frankfurt als Finanzstandort. Zwar galt die Stadt schon immer als eine der wichtigsten Börsen- und Banken-Metropolen des alten Kontinents. Mit der Entscheidung, den Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) an den Main zu verlegen, hat die Stadt in den vergangenen Jahren jedoch noch an Bedeutung gewonnen. In Frankfurt wird die Geldpolitik des gesamten Währungsraums entschieden. Vermutlich auch die Zukunft des Euro.

Auch die Deutsche Börse, eine der wichtigsten Finanz-Institutionen in Frankfurt, dürfte von der EZB profitiert haben. Frankfurt und die Börse werden von internationalen Investoren, den Asiaten und Amerikanern etwa, längst als globaler Handelsplatz wahrgenommen. Das liegt sicherlich daran, dass das Management die Börse in den vergangenen Jahren zu einem sogenannten integrierten Handelsbetreiber geformt hat; aber eben auch an der Europäisierung Frankfurts. Die Börse in London, einst eine der mächtigsten Börsen der Welt, hat der Dax-Konzern jedenfalls längst überholt, was Umsatz und Börsenwert betrifft.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

Kommentare zu " Finanzplatz Frankfurt: Der Euro ist ein Segen - trotz allem"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • als sogenannter schluchtensch*er darf ich mich hier mal kurz einklinken. die deutsche journalie unterscheidet sich von der der österreichischen diesbezüglich marginal. auch wir werden mit derartigen kommentaren beglückt. kaum ein journalist hat mehr den mut, seine eigene meinung zu veröffentlichen. wen wunderts? fast alle banken sind an den heimischen medien beteiligt, der rest wird von brüssel und inserenten umgarnt, es gibt exklusivreisen im privatjet mit dem bundeskanzler, eu-journalistenpreise uswusf. wer gegen die eu ist, wird als minderbemittelter,weltfremder nationalist bezeichnet. aber langsam wendet sich das blatt...

  • Oh, Frankfurt hat Bedeutung gewonnen: schön.
    Die niedrigen Zinsen für D gabs erst nach 2008, bis dahin waren alle Eurstaaten auf dem mehr oder weniger gleichen Niveau, also hatte D in all den Jahren vorher gar keinen Zinsvorteil.
    Von den Exportvorteilen des Euro profitieren nur die großen Konzerne. Und die Hochfinanz. Die Masse der Menschen in D ist ärmer geworden, und schlimmer noch: durch die großen Haftungsübernahmen und bailouts (dank Euro) ist der jungen Generation die Zukunft verhagelt. Die Jungen müssen nicht nur immer mehr Rentner in D stützen, sondern auch fremde Banken und Staaten und indirekt das Rentnerheer der Eurostaaten (GR und ESP haben eine ähnlich negative demografische Entwicklung wie D).
    Target2, Rettungsschirme, Kredite, die nie zurückbezahlt werden (können). Die Südstaaten werden ohne EU-Subventionen und andere Transfers nie Wachstum generieren, deren demografische Entwicklung (außer F) ist ähnlich wie die Deutschlands.
    Und die Deutschen müssen nicht nur Wohlfahtsverlust, schlechte Infrastruktur, verbesserungswürdiges Bildungswesen hinnehmen, sondern auch noch den Verlust von Demokratie und Souveränität. Mit so einem "Eurosegen" steht D im Regen.

  • Also im Sozialismus waren die Slogans definitiv wirkungsvoller. Hier mal ein paar Verbesserungsvorschläge:

    Der Euro ist Frieden!
    Der Euro und Wohlstand sind wesenseigen!
    Den Euro in seinem Lauf, halten weder Ochs' noch Esel auf.
    Ewige Freundschaft mit den Völkern der Europäischen Union!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%