Finanztitel führen Aufwärtstrend in Europa an – US-Firmen erreichen nicht mehr die glänzenden Zahlen des Vorjahres
Gewinne der Dax-Konzerne blühen auf

Während in den USA und im europäischen Ausland das Gewinnwachstum zurückgeht, steigen am deutschen Aktienmarkt die Gewinne stark an. Zu diesem Ergebnis kommen die Strategen internationaler Banken in ihren Schätzungen für das abgelaufene erste Quartal.

NEW YORK/FRANKFURT/M. Die Experten der Schweizer Großbank UBS gehen beispielsweise davon aus, dass die 30 größten deutschen Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) in diesem Jahr ein Gewinnwachstum von 19 Prozent ausweisen werden, während sie an den anderen europäischen Märkten mit acht Prozent und für die USA mit sieben Prozent Gewinnwachstum rechnen. „Allein für das erste Quartal betrachtet, dürfte es hierbei zu keiner Änderung kommen“, sagt UBS-Stratege Bernd Janssen.

Die Euphorie für den deutschen Aktienmarkt begründen die Aktienstrategen unisono mit der anhaltenden Reformdebatte, dem erwarteten Anstieg des privaten Konsums, dem Restrukturierungsprozess in den Unternehmen sowie der sehr anlegerfreundlichen Dividendenpolitik. Dem stehen allerdings externe Belastungsfaktoren wie der weiterhin hohe Ölpreis, die wegen Inflationsbefürchtungen aufkommende Sorge vor höheren US-Zinsen sowie die zunehmende Nervosität an den Bondmärkten gegenüber.

Enttäuschend ist hingegen die Situation bei den US-Unternehmen. Diese haben ihre Gewinne im vergangenen Quartal weniger stark gesteigert als im Quartal zuvor. Diese Erwartung haben jedenfalls die Analysten an die nahende Saison der Quartalsberichte, die in diesen Tagen beginnt. Für Investoren bedeutet dies: Sie müssen sich umgewöhnen – von zweistelligen Zuwachsraten an weniger spektakuläre Ergebnissteigerungen. Zudem entwickeln sich einzelne Unternehmen sehr unterschiedlich. Während der Autobauer General Motors voraussichtlich einen Milliardenverlust melden wird, rechnen Analysten beim weltgrößten Ölkonzern Exxon-Mobil mit einem Gewinnsprung. Dazu trägt der Ölpreis bei, der General Motors belastet und Exxon hilft.

Diese Entwicklung gilt auch in Europa. Nachdem für die europäischen Automobilwerte bereits 2004 ein schwaches Jahr gewesen war, rechnen die Experten der Münchener Privatbank Hauck & Aufhäuser auch in diesem Jahr mit keiner durchgreifenden Stimmungsverbesserung. Ölaktien wie Eni, Total und Royal Dutch stehen hingegen bei den Analysten der Bayerischen Landesbank ganz weit oben auf der Empfehlungsliste.

Für den US-Markt prognostizieren die Bankexperten des Finanzdatendienstes Thomson Financial, dass die 500 Top-US-Firmen im S&P-500-Index ihre Erträge in den ersten drei Monaten 2005 im Schnitt um 8,2 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des vorigen Jahres gesteigert haben. Im vierten Quartal 2004 betrug das Gewinnwachstum noch 19,7 Prozent, und auch in den Quartalen davor lag diese Ziffer über 20 Prozent.

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