Fleischskandal
Guten Appetit!

Qualität ist das beste Rezept. Dieses Versprechen eines großen ostwestfälischen Nahrungsmittelherstellers soll den Verbraucher in der Regel davor schützen, Opfer eines Lebensmittelskandals zu werden. Zu seinen Lieferanten pflegt ein Markenproduzent ein jahrelanges, persönliches und vertrauensvolles Verhältnis.

Trotzdem gilt auch hier der Grundsatz „Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser“. Und so wird beispielsweise jede einzelne Ladung Fleisch bereits bei der Wareneingangskontrolle einer besonderen sensorischen Prüfung unterzogen – offensichtlich verdorbene Ware hätte damit kaum eine Chance, in den Umlauf zu gelangen. Einem Lieferanten, der es nur wagen würde, zweifelhafte Rohstoffe zu liefern, würde sofort die Tür gewiesen – für immer.

Ganz anders sieht die Situation beispielsweise in bestimmten Bereichen der Gastronomie aus. Während die großen Imbissketten wie McDonald’s & Co – spätestens seit der BSE-Krise – von ihren Lieferanten eine lückenlose Dokumentation über die Herkunft ihrer Rohwaren und die Anwendung von Qualitätssicherungssystemen verlangen, herrschen bei den „Damen vom Grill“ oft andere Sitten, was die Herkunft von Waren oder die allgemeine Hygiene angeht. Dass hier nur eine - freilich unbezahlbare – flächendeckende und permanente Lebensmittelüberwachung Abhilfe schaffen könnte, wird jedem sofort klar sein.

Und in genau dieser Grauzone hat ein Fleischhändler aus Gelsenkirchen – offenbar mit großer krimineller Energie – seine verdorbene Ware geliefert. Das Fleisch hat, als Bratwurst oder Hähnchen-Döner ausgelobt, den Verdauungstrakt der betroffenen Imbissbudenkundschaft längst wieder verlassen – hoffentlich ohne große gesundheitliche Schäden zu hinterlassen.

Ein Verbraucher, der meint, für einen Preis von unter zwei Euro eben mehr als den Gegenwert einer Schüppe Dreck auf den Teller zu bekommen, der irrt. Hier müsste allein der gesunde Menschenverstand schon genügen, um zu begreifen, dass nach Abzug von Personal-, Raum- und Energiekosten sowie der Gewinnspanne des Imbissbudenbetreibers kaum noch ein Cent für den Wareneinsatz übrig bleiben kann.

Alle Fleisch-, Milch- und Eierskandale dieser Welt haben offenbar – speziell den deutschen – Verbraucher nicht zu einer Bewusstseinsänderung bewegen können. Auch die Erfahrungen aus der BSE-Krise, die vor exakt fünf Jahren ihren Lauf nahm, haben nicht dazu geführt, dass die Verbraucher in Deutschland bereit sind, für Lebensmittel einen annähernd angemessenen Preis zu zahlen.

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