Folgenreicher Versprecher
Merkel in der Brutto-Netto-Falle

Die CDU-Zentrale ist beim kreativen Verbessern eines Zitats von Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel ertappt worden: Die Online-Redakteure veränderten die Äußerung auf www.cdu.de zweimal, bis sie sachlich richtig war. Der Verweis, Merkel werde "im Wortlaut" zitiert, wurde dennoch nicht entfernt.

HB BERLIN. Merkel hatte sich am Sonntag in einem ARD-Interview über die Wirkung von niedrigeren Lohnnebenkosten auf die Einkommenshöhe geäußert. Dabei sagte Merkel nach dem Wortlautprotokoll der ARD: "Der interessante Effekt, den wir jetzt haben, ist ja, dass für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer - und für die gilt ja die Riester-Rente - die Bruttolöhne um ein Prozent sinken, wenn wir die Lohnzusatzkosten senken."

Die CDU veröffentlichte das Interview samt der betreffenden Passage auf ihrer Homepage "im Wortlaut". Wie die "Süddeutsche Zeitung" herausfand, machte die CDU aus dem "sinkender Bruttolöhne einfach ein "steigen". Später, so die Zeitung, sei den Online-Strategen aber aufgegangen, dass sie Merkel nicht verbessert, sondern verschlimmbessert hatten. Deswegen sei das Zitat abermals geändert worden in: "... dass die Nettolöhne um ein Prozent steigen, wenn wir die Lohnzusatzkosten senken".

» Das ARD-Wortlautprotokoll des Interviews

» Die CDU-Version des Interviews "im Wortlaut"

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