Fondsschließungen
Falsche Versprechungen

  • 0

Wenn eine Gesellschaft einen Investmentfonds wegen massiver Mittelabflüsse schließt, fehlt nie der Hinweis, dies geschehe zum Schutz der Anleger. Das war in der Krise der offenen Immobilienfonds vor knapp zwei Jahren so, und es wiederholt sich nun bei dem halben Dutzend Schließungen der Fonds für forderungsbesicherte Anleihen, den ABS-Fonds.

Doch was heißt überhaupt zum Schutz der Anleger? Diesem Schutz diente es, wenn Anteile von Investmentfonds mit komplexen oder im Krisenfall illiquiden Vermögensgegenständen wie Asset Backed Securities von vornherein nur in Zeitfrequenzen gehandelt würden, etwa wöchentlich oder monatlich. Dann wären Zu- und Abflüsse besser steuerbar.

Eine tägliche Kursfeststellung suggeriert Liquidität, die im Krisenfall nicht vorhanden ist. Gleichwohl weiß jede Gesellschaft, dass der tägliche Handel von Fondsteilen ein unverzichtbares Argument für den Vertrieb ist. Wer dem Kunden die Wahrheit sagt, riskiert, dass er zur nächsten Gesellschaft geht. Ein Teufelskreis.

Christian Kirchner
Christian Kirchner
Handelsblatt / Geschäftsführender Redakteur New Investor

Kommentare zu " Fondsschließungen: Falsche Versprechungen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%