Ford
Kerkorian, die Vierte

In Las Vegas hat er viel erreicht, nun will der 90-jährige Investor endlich auch in der US-Autoindustrie das Glück erzwingen.
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Der alte Fuchs lässt nicht locker. US-Investor Kirk Kerkorian unternimmt den vierten Anlauf, um Einfluss auf die US-Autoindustrie zu nehmen und von ihr zu profitieren. So überraschend sein Einstieg bei Ford gestern ans Licht kam, so schlüssig ist der Schritt bei näherem Hinsehen. Der Fuchs riecht die Beute förmlich. Längst tot geglaubt, hat der angeschlagene Autoriese Ford zuletzt erstaunliche Fortschritte auf dem Weg der Besserung gezeigt.

Dass sich Kerkorian – der zuvor zweimal bei dem Konkurrenten Chrysler und einmal bei General Motors (GM) vergeblich eine dominierende Rolle spielen wollte – jetzt Ford zuwendet, werten die Manager des Traditionsunternehmens prompt als Bestätigung dafür, dass sie auf dem richtigen Weg seien. Ford fährt in Europa vor und lässt dabei die GM-Tochter Opel links liegen. Bei einem Besuch in der Europa-Zentrale in Köln gab Konzernchef Alan Mulally grünes Licht für weitere neue Ford-Modelle. Der Mittelklassewagen Mondeo und der kompakte Geländewagen Kuga zeigen, dass der US-Hersteller verstanden hat, an welcher Art von Autos die Europäer Gefallen finden. In Südamerika und Asien entwickelt sich das Geschäft ebenfalls erfreulich.

Auf dem Heimatmarkt USA sieht die Lage allerdings düster aus. Gelingt auch dort der Turn-around, sprudelt der Gewinn bei Ford wieder. Darauf wettet Kerkorian, der bisher das große Glück aber mehr mit seinen Investments in Las Vegas als mit den Vorstößen in die amerikanische Autoindustrie machte.

Tracinda, die Investmentgesellschaft des 90-Jährigen, verfügt über automobilen Sachverstand. Dem alten Fuchs könnte im vierten Anlauf glücken, was ihm zuvor nicht gelungen ist: Einfluss zu nehmen auf das Schicksal der US-Autoindustrie.

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