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Frage des Preises

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi trommelt derzeit kräftig

Die Telekom wolle weitaus mehr als die bisher geplanten 45000 Mitarbeiter in eigenständige Gesellschaften ausgliedern und diese später womöglich ganz verkaufen, befürchtet der Verdi-Bundesvorstand und stellvertretende Telekom-Aufsichtsratschef Lothar Schröder. Die Telekom jedoch wiegelt ab und erklärt, die Zahl der betroffenen Mitarbeiter stehe noch gar nicht fest und sei vielmehr Gegenstand der Verhandlungen mit Verdi, und ein Verkauf sei schon gar nicht geplant.

Um die eigene Verhandlungsposition zu stärken, hat die Gewerkschaft für den 28. Februar gleich zu einer Großdemonstration aufgerufen. Just an diesem Tag stimmt der Aufsichtsrat der Telekom über die geplante Ausgliederung von Service-Mitarbeitern ab. Der Aufschrei, den Verdi mit neuen Zahlen und öffentlichkeitswirksamen Protesten zu erzeugen sucht, darf unter der Rubrik „Klappern gehört zum Handwerk“ verbucht werden. Die Arbeitnehmervertreter können vor ihrer eigenen Klientel nicht ohne Widerstand so drastische Einschnitte bei den Arbeitsbedingungen abnicken, wie sie die Telekom plant.

Langfristig können aber selbst die Gewerkschafter nicht die Augen vor der Realität verschließen: Umsätze und Gewinne der Telekom im Inland sinken. Und trotz neuer Produkte und Bündelangebote kehren dem Konzern nach wie vor gut 500 000 Festnetzkunden pro Quartal den Rücken.Wenn sich Konzernchef Obermann im Wettbewerb behaupten will, muss er eine nachhaltige Qualitätsverbesserung beim Service erreichen. Erfolg wird ihm jedoch nur dann zuteil, wenn er die Dienstleistungen zu Preisen anbietet, die von der Konkurrenz nicht locker halbiert werden.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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