Führungswechsel bei Credit Suisse
Kommentar: Das Feld ist bestellt

Man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Was im richtigen Leben schon nicht viele können, beherrschen im Berufsleben die wenigsten. Oswald Grübel, jener Chef der Credit Suisse, den alle nur „Ossi“ nennen, ist da eine Ausnahme: Er verkündet im gleichen Atemzug, mit dem er jetzt seinen Rücktritt bekannt gibt, ein Rekordergebnis. Die selbst gesetzten finanziellen Ziele hat er früher und deutlicher erfüllt als erwartet. Baustellen wie eine unklare Strategie und ein wenig profitabler Versicherer im Portfolio hat er geschlossen. Einen besseren Zeitpunkt zum Rücktritt gibt es nicht.

Sein Nachfolger Brady Dougan, der derzeitige Chef der Investmentbank, hatte nach außen bisher wenig Chancen, sich neben dem charismatischen „Ossi“ zu profilieren. Nach innen gilt er als fleißiger Arbeiter, der die Investmentbank nach dem Abgang des glamourösen John Mack wieder nach vorne gebracht hat. Dabei haben allerdings auch prosperierende Märkte ihren Anteil gehabt. Wie Dougan in einer Krise agiert, weiß niemand.

Egal. Seine Berufung steht für zwei Punkte, die die Marschroute für die Credit Suisse vorgeben: Ein Bankier führt die Bank, was Kontinuität verspricht. Und mit Dougan führt ein Amerikaner die Schweizer Bank, die schon jetzt den größten Teil ihres Geldes im Ausland verdient. Aus der Credit Suisse dürfte unter dem neuen Mann noch schneller als bisher eine Credit International werden.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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