Fusion ist nie richtig vollzogen worden
Kommentar: Karstadt am Scheideweg

Mit dramatischen Worten hat der Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff die Lage des Handelsriesen Karstadt- Quelle geschildert. Zu Recht? Teilweise.

Auf der einen Seite gehört eine Portion Theaterdonner dazu, wenn einem schwierige Verhandlungen mit den Betriebsräten über Stellenabbau und Kostensenkungen bevorstehen. Auf der anderen Seite ist Karstadt-Quelle durch langes Missmanagement zum Sanierungsfall geworden.

Das Hauptproblem ist, dass die Fusion des Warenhauskonzerns Karstadt mit dem Versandhändler Quelle eigentlich nie richtig vollzogen wurde. Eine gemeinsame Strategie ist nicht zu erkennen. Statt wie Konkurrent Metro das Geschäft zu internationalisieren und die Abhängigkeit von den stagnierenden Kaufhäusern zu verringern, hat die Karstadt-Führung neue Geschäftsfelder wie Sportfernsehen (DSF) und Coffeeshops (Starbucks) in Angriff genommen, die das Kernproblem nicht lösen halfen. Nun bleibt zu hoffen, dass es nicht beim Gesundschrumpfen bleibt, sondern dass eine überzeugende Strategie folgt.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom
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