Fußball-Rechte
Kommentar: Armenhaus Bundesliga

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) drückt auf die Tube. Obwohl die aktuellen Verträge für die Übertragungsrechte der deutschen Eliteklasse noch mehr als zwei Jahre laufen, beginnen schon jetzt die Vorbereitungen für die nächsten Vertragsverhandlungen. Die Zeit drängt: Die Bundesliga und ihre Vereine brauchen dringend Klarheit über ihre künftige finanzielle Ausstattung. Der Fußball mag sich hier zu Lande nach der WM des vergangenen Jahres im Aufschwung befinden und hohe Popularität genießen. Aber das ist nur der Blick nach innen, die nationale Seite der Medaille.

Immer wichtiger wird der Blick nach außen, der Vergleich mit den wichtigsten anderen europäischen Fußball-Ligen in England, Spanien und Italien. Und dieser Vergleich fällt für die deutschen Kicker ausgesprochen mager aus. Während Vereine wie Real Madrid oder Chelsea London, ohne mit der Wimper zu zucken, Jahresetats in dreistelliger Millionenhöhe aufbringen können, schafft der Großteil der deutschen Bundesliga-Vereine nicht einmal die Marke von 100 Millionen. Gemessen an der Premier League oder der Primera Division, kommt die deutsche Top-Klasse des Fußballs manchmal fast schon einem Armenhaus gleich. Damit der Abstand zu den führenden Klubs in Europa nicht noch größer wird, benötigen die deutschen Vereine und die DFL mehr Geld. Und das soll überwiegend aus den Übertragungsrechten kommen. Andere Möglichkeiten, die Einnahmen in größerem Umfang zu steigern, gibt es kaum noch. Doch die DFL muss aufpassen, dass sie den Bogen nicht überspannt. Mögliche Käufer der Rechte – Deutsche Telekom, Premiere und Arena – können nicht mehr jeden Preis bezahlen. Sie stehen unter starkem ökonomischem Druck. Und ohne Käufer wäre die DFL vollends aufgeschmissen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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