Gasmarkt
Bald haben Kunden die Wahl

Die Zeit der Monopolisten geht auch auf dem Gasmarkt zu Ende - gute Nachricht für Verbraucher.
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Verbraucherschützer mögen jubeln: Der Bundesgerichtshof hat gestern festgestellt, dass Kunden Gaspreiserhöhungen grundsätzlich vor Gericht anfechten können. Doch im Prinzip ist das Urteil ein Urteil von gestern. Es ist vor dem Hintergrund einer Marktsituation ergangen, die es bald hoffentlich nicht mehr geben wird. Der Gasverbraucher, der im Moment keine andere Wahl sieht, als sich an die Gerichte zu wenden, wenn Preiserhöhung auf Preiserhöhung folgt, wird bald andere Möglichkeiten haben: Er wird ganz einfach den Gasanbieter wechseln.

Zwar haben heute noch ganz überwiegend regionale Monopolisten den Weg zum Endverbraucher allein in der Hand. Doch der Gesetzgeber sorgt dafür, dass der Markt gehörig in Bewegung gerät. Die regionalen Platzhirsche müssen ihre Netze neuen Anbietern diskriminierungsfrei zugänglich machen.

Längst sondieren Newcomer die Lage, proben in einzelnen Testmärkten die Wechselwilligkeit der privaten Endverbraucher. Und etablierte Unternehmen machen sich mit Billigablegern selbst Konkurrenz. Am Ende des Prozesses steht im Idealfall ein echter Gasmarkt, der jedem Kunden große Wahlmöglichkeiten bietet.

Der Strommarkt ist in dieser Hinsicht schon ein gehöriges Stück weiter. Erst im Frühjahr hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass die im aktuellen Gasmarkt-Fall vom Bundesgerichtshof bejahte gerichtliche Preiskontrollmöglichkeit im Stromsektor nicht gegeben ist. Schließlich ist der Stromkunde nicht auf gerichtliche Hilfe angewiesen – er kann einfach den Anbieter wechseln. Allerdings darf niemand glauben, dass die Wahlmöglichkeit zwangsläufig zu paradiesischen Zuständen für Verbraucher führt. Denn eines haben Strom- und Gassektor gemein: Die Preise steigen ständig.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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