Gasmarkt
Kommentar: Keine Transparenz

Die harsche Reaktion der Verbraucherschützer ist verständlich: Die Preiserhöhungen, die die Gasversorger zurzeit ankündigen, seien „nicht nachvollziehbar“, schimpft der Bund der Energieverbraucher. Er hat Recht.

Es gibt zwar Gründe, die höhere Preise rechtfertigen. Der Ölpreis steigt eben gewaltig. Und solange in den Verträgen der Kommunalversorger mit den Importeuren der Gaspreis an die Vorgaben des Ölmarkts gekoppelt ist, muss sich dies zwangsläufig in den Tarifen der Endverbraucher niederschlagen. Auch haben einige Versorger die Preise schon lange nicht mehr angepasst. Entsprechend groß fallen dann die Sprünge aus.

Aber eine Anhebung um über 13 Prozent, wie sie jetzt die Oldenburger EWE AG beschlossen hat, ist den Verbrauchern nicht zu vermitteln. Die Fundamentaldaten, auf die sich das Unternehmen bezieht, lassen sich im Einzelnen nicht überprüfen. Es fehlt an Transparenz in der Preisgestaltung auf dem Energiemarkt – das gilt sowohl für den Gas- als auch für den Strombereich.

Die geplante Regulierungsbehörde für den Energiemarkt wird zwar ein Stück Objektivität bringen. Wunderdinge können die Verbraucher von ihr aber nicht erwarten. Sie kann die Preise nur mittelbar beeinflussen. Sie wird die Entgelte kontrollieren, die die Versorger Konkurrenten für die Nutzung ihrer Netze in Rechnung stellen. Faktoren wie die Bezugskosten für Gas oder die Preise für den in Kraftwerken erzeugten Strom kann sie nicht kontrollieren.

Sollte es der Behörde aber gelingen, neuen Anbietern den Zugang zum deutschen Energiemarkt zu erleichtern, würden das die Verbraucher sehr wohl spüren. Die etablierten Versorger kämen unter Druck, die Preise dürften sinken.

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