Gasnetze
Gutes Geld

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Die Betreiber von Strom- und Gasnetzen blicken auf goldene Jahre zurück. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Bundesnetzagentur streicht die Entgelte der Netzgesellschaften in einem Maße zusammen, dass manchem Manager die Lust an dem Geschäft vergeht. Das Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen. Mit Gnade dürfen insbesondere die Gasnetzbetreiber nicht rechnen. Das macht Netzagenturchef Kurth gerade deutlich. Er will die Obergrenzen für die Renditen im Gasbereich um 15 Prozent kürzen. Das klingt brutal – es ist aber konsequent.

Der Gasbereich ist bislang noch vergleichsweise schonend behandelt worden. Die Netzagentur billigt den Betreibern derzeit höhere Renditen zu als den Stromnetzbetreibern. Dafür gibt es ein altes Argument: das sogenannte Substitutionsrisiko beim Gas. Kaum ein Kunde wird den Stromanschluss ersetzen; beim Gasanschluss sieht es theoretisch anders aus: Wem das Gas zu teuer wird, der kann auf Öl oder einen anderen Energieträger umstellen. Allerdings ist das Substitutionsrisiko von der Branche regelmäßig überstrapaziert worden.

Dass der Regulierer ein Interesse daran hat, die Netzentgelte niedrig zu halten, kommt dem Wettbewerb, der gerade im Gassektor zumindest im Privatkundenbereich noch unterentwickelt ist, entgegen: Wer seine Monopolstellung als Netzbetreiber ausschöpfen kann, um stattliche Gewinne zu machen, kann diese Einnahmen verwenden, um im Vertrieb Kampfpreise anzubieten, gegen die Newcomer ohne Netz nichts ausrichten können.

Es dürfte übrigens nicht von ungefähr kommen, dass Eon sich zwar leichter Hand von seinem Stromübertragungsnetz trennt, am Gasnetz aber festhalten will. Das zeigt: Mit dem Gasnetz lässt sich gutes Geld verdienen. Noch.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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