Gastbeitrag zur Cebit
Handel im Wandel – RFID überwacht Herstellung und Transport

Vogelgrippe, Fleischskandal - deutsche Verbraucher sind verunsichert, ihre Angst vor gesundheitsgefährdenden Lebensmitteln wächst. Das Vertrauen der Kunden muss wieder gewonnen, die Qualität der Ware entlang der Lieferkette besser kontrolliert werden. Helfen könnte hier ein simpler funkender Chip.

RFID (Radio Frequency Identification) kann den Weg von Nahrungsmitteln lückenlos und in Echtzeit überwachen - vom Hersteller bis zum Kunden. Doch trotz großen Interesses und vieler Pilotprojekte zögern Unternehmen noch, die Funktechnik flächendeckend einzusetzen.

Überall wo eingeladen, transportiert und ausgepackt wird, kann RFID die Transportkette von Lebensmitteln überwachen - von der Produktion bis ins Regal. Das Prinzip dahinter ist schnell erklärt: Das Herzstück der Funktechnologie ist ein intelligenter Chip, auch Transponder oder Smart Chip genannt. Auf ihm ist eine Nummer gespeichert, vergleichbar mit einem Strichcode, die Aufschluss gibt über Haltbarkeitsdatum, Preis oder Gewicht. Die Informationen gibt der Funkchip berührungslos preis, sobald ihn ein Lesegerät anfunkt.

Barcode ade

Eines ist sicher: RFID wird den Barcode über kurz oder lang verdrängen. Die Marktanalysten von Frost & Sullivan schätzen den RFID-Weltmarkt für 2006 auf 3,6 Milliarden Dollar. Die Handelskonzerne versprechen sich Einsparungen in Milliardenhöhe. Nach Berechnungen von A. T. Kearney lassen sich durch RFID die Lagerkosten pro Jahr um sechs Milliarden Euro senken. Und damit nicht genug: Wenn erst einmal auf jedem Produkt ein Funkchip klebt, können Abläufe zwischen Produktion und Lager besser kontrolliert und Unregelmäßigkeiten im Warenfluss ausgemacht werden.

Unilever praktiziert das schon heute: Der italienische Nahrungsmittelhersteller setzt eine RFID-Lösung in seinem Werk bei Rom ein, das Eis und Tiefkühlkost herstellt. Wie das funktioniert? Die Paletten mit Halbfertig- und Fertigwaren werden mit Transpondern ausgestattet und mit Unilevers SAP-System verbunden, das die Produktion und Auftragsverwaltung steuert. So lässt sich jederzeit ermitteln, wo sich welche Ware befindet, wie der Status ihrer Verarbeitung ist und noch besser sicherstellen, dass die gefrorene Tiefkühlpizza nicht zu lange im Warmen steht. Und da alles vollautomatisch abläuft, senkt Unilever so auch noch die Kosten in der Produktion.

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