Gastkommentar
Firmen müssen bei der Frauenquote liefern

Weil es noch immer an weiblichen Führungskräften mangelt, wird der Druck auf die Unternehmen immer größer. Wenn die Wirtschaft nicht bald reagiert, wird die Politik ihr die Verantwortung aus der Hand nehmen.
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Angesichts der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland gebietet allein schon die wirtschaftliche Logik, dass mehr Frauen erwerbstätig sind. Die Wirtschaft braucht Frauen. Das gilt insbesondere in Führungspositionen.

Doch Frauen haben es schwer. Sie sind oft trotz hervorragender Ausbildung mit einem Dilemma konfrontiert: Berufliche Aspirationen und familiäre Lebensplanung zu vereinen wird ihnen schwerer gemacht als Männern. Je anspruchsvoller der Beruf, desto häufiger können familiäre Pflichten die Karriere bremsen. Deshalb ist der niedrige Anteil von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten kein Ruhmesblatt für die deutsche Wirtschaft.

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Dax-30-Unternehmen liegt bei 16 Prozent; in den 160 Unternehmen der Börsensegmente Dax30, MDax, SDax und TecDax sind es knapp 13 Prozent. Das ist zwar mehr als der EU-Durchschnitt, aber zu wenig. Und deswegen will die deutsche Wirtschaft dies auch ändern.

Die Unternehmen haben bereits im letzten Jahr gezeigt, dass sie den Frauenanteil spürbar erhöhen wollen: Unterm Strich wurden 2011 fast 40 Prozent der frei gewordenen Mandate in den Aufsichtsräten der Dax-30-Unternehmen mit Frauen besetzt. Im MDax betrug der Frauenanteil bei den Nachwahlen 2011 mehr als 30 Prozent. Von Stillstand in Deutschlands Aufsichtsräten kann also keine Rede sein. Und 2013 ist noch mehr Bewegung möglich: In den meisten deutschen Großunternehmen stehen die nächsten allgemeinen Aufsichtsratswahlen im Jahr 2013 an, und es ist davon auszugehen, dass der Anteil der Frauen weiter stark steigen wird.

Schwieriger erscheint die Entwicklung in den Vorständen zu sein, doch auch hier haben namhafte deutsche Dax-Unternehmen den Anteil erhöht: In den letzten knapp zwei Jahren wurden allein sechs Frauen in Dax-30-Vorstände bestellt; zwei weitere sind für 2012 bereits angekündigt. In den Führungspositionen unterhalb des Vorstands spiegelt sich die verbesserte Qualifikation der Frauen bereits wider: Der Frauenanteil hat sich hier seit 2002 auf mehr als 20 Prozent verdoppelt. In den Gruppen der jüngeren Führungskräfte ist der Anteil noch deutlich höher.

Wir brauchen Rahmenbedingungen, die es Frauen und Männern gleichermaßen ermöglichen, die entsprechenden Stufen auf der Karriereleiter zu erklimmen. Mitentscheidend dafür ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bis 2013 soll im Bundesdurchschnitt für jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Betreuungsplatz existieren. Dies bedeutet, dass zwei Drittel der Kinder eben nicht betreut werden können.

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Die Anreize für eine Rückkehr in den Beruf sind gering

Kommentare zu " Gastkommentar: Firmen müssen bei der Frauenquote liefern"

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  • Also Kinder kriegen, damit der demografische Faktor stimmt und dann aber nch Geburt sofort in die Staatserziehung. Einfach Tolö!!!
    Frauen werden zu Gebärmaschinen
    Dann kann man doch eigentlich gleich den Lebensborn wieder einrichten
    Und wann kommt der Arbeitszwang für Frauen?
    Gab es ja auch schon zwei Mal in Deutschland
    Übrigens, warum eigentlich nur für Vorstände und Aufschtsräte eine Frauenquote? Sind diese Weiber was Bessres als die Verkäuferin?

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