Gastkommentar
Königsweg der Telekom

Die Telekom will sich um Deutschland verdient machen. Um uns auf dem Weg in die "Informationsgesellschaft" voran zu bringen, will sie mehrere Milliarden Euro in Glasfasernetze auf der letzten Meile investieren. Damit sind rasante Datenautobahnen mit Geschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde und mehr möglich.

Sie sind ökonomisch nur sinnvoll, wenn die Telekom auch Rundfunk-, Film- und Musikdienste über die neuen Netze vermarktet und so im Festnetzgeschäft neue Wachstumsquellen erschließt.

Allerdings hat die Vaterlandsliebe einen Preis. Die Telekom will von der Bundesnetzagentur die Zusicherung, dass sie die neuen Netze ungeachtet ihrer marktbeherrschenden Stellung im Ortsnetzgeschäft nicht zu kostenorientierten Preisen auch an Wettbewerber zu vermieten hat. Dieses Ansinnen muss die Behörde ablehnen, da sie nach dem Telekommunikationsgesetz in Zugangsnetzen Marktbeherrschern keinen Freibrief ausstellen darf, den diese zur Wettbewerbsbehinderung nutzen könnten.

Die Telekom kann trotzdem von den avisierten Investitionen profitieren. Sie kann den Regulierungsdruck reduzieren, indem sie neue und vorhandene Verbindungsnetze in eine "Low Cost Infrastrukturgesellschaft" ausgliedert. Diese Einheit versorgt auf verschiedenste Anwendungen fokussierte Telekom-Töchter und andere TK- und Mediendiensteanbieter zu gleichen Bedingungen mit Transportkapazität. In einer Welt mit Netzen, die Transport und Dienste entkoppeln, ist dies der Königsweg, um als marktbeherrschender Betreiber von Breitbandinfrastrukturen mit wenig Regulierungsstress profitabel zu operieren.

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