Gastkommentar
Sprachtechnologie dringt ins Marketing vor

Sprachportale sind erwachsen geworden und beeindrucken viele Nutzer mit hohem Nutzwert und unterhaltsamen Audiowelten. Marketeers eröffnen sie neue Wege im Dialogmarketing.

Das Erkennen, Verstehen und Verarbeiten menschlicher Äußerungen, also die Spracherkennung und das synthetische Erzeugen von Antworten in überzeugender, natürlicher Qualität, ist technisch ausgereift und umsetzbar. Die Zeiten langweiliger Tastatur- und Sprechbefehle sind vorbei. "Sprachanwendungen verfügen heute über robuste Spracherkennung, die auch Genuschel oder Dialekte verstehen", hieß es bereits vor einem Jahr in der Wirtschaftswoche, und wer zeitgemäße Sprachdialogsysteme anruft, wird feststellen, dass die Sprachausgabe mittlerweile zu einem eigenen Medium geworden ist: Ausgeklügelte Audiowelten machen den "Voice Kanal" zu einem Dienst mit hohem Erlebniswert und echtem Unterhaltungscharakter. Dies bestätigen einschlägige Erhebungen: In einer Fraunhofer-Studie schätzten 1000 befragte Endverbraucher Sprachanwendungen als einfach, schnell und bequem ein und sahen Unternehmen, die auf Sprachanwendungen setzen, als innovativ, zuverlässig und professionell an.

Ein Beispiel für einen Sprachdienst, der vor allem zu Marketingzwecken eingesetzt wird, ist das sprachgesteuerte Gewinnspiel des 1. FC Köln (01805-290029) mit der Stimme von Lukas Podolski. Es ermöglicht lebendige, auch kritische Dialoge zwischen Fan und Star. Während der zeitlich begrenzten Aktion hinterließen einige Tausend 1. FC Köln-Fans ihre Kontaktdaten und legten mit dem guten Gefühl auf, persönlich mit ihrem Star gesprochen zu haben. Der 1. FC konnte seine Marke "1. FC Köln" emotionalisieren und Kundenprofile und Kundenbindung generieren.

Einen anderen Ansatz verfolgt das erste interaktive "Voice Casting" Deutschlands, ein sprachautomatisierter Radio-Telefon-Castingdienst, der "die erotischste Stimme Berlins" sucht. Hunderte Berliner Radiohörer riefen dort während der Laufzeit täglich an und nahmen an dem Wettbewerb teil. Neu dabei: die Handy-Kurzwahl 22456, die aus allen deutschen Mobilfunknetzen (T-Mobile, Vodafone, O2, Eplus) gewählt werden kann und mit ihrer Tarifierung (0,69 Euro pro Minute) ein interessantes Geschäftsmodell für die Betreiber darstellt. Die Anrufer schätzten die hohe Interaktivität sowie die Verknüpfung der beiden Medien Radio und Telefon: sie konnten sich beliebig oft und terminunabhängig in dieses radioähnliche Format einbringen.

Spracherkennungssysteme helfen, das Problem der effektiven Kommunikation von Werbebotschaften zu lösen, da sie innerhalb kurzer Zeit viele (gut vorbereitete) Dialoge führen können. Damit rücken Sie immer weiter in den Fokus der Marketeers, die wissen, dass der Dialog mit der Masse eigene Abwicklungsprobleme mit sich bringt. Diese Vorreiter setzen daher auf den Sprachkanal als attraktive, kostengünstige und mit validen Mehrwerten ausgestattete neue Kommunikationsform.

Wo die Reise hingehen wird, das werden wir auch beim » Voice Day 2005 sehen, der unter anderem die besten Agentur-Konzepte für den Einsatz von Sprachcomputern im Marketing mit insgesamt 100 000 Euro prämiert.

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