Kommentare

_

Gastkommentar: Stabilitätskultur ist unsere Mitgift für Europa

Die Folge der Geldentwertung trifft Sparer, Einkommensschwache und Rentner besonders hart. Rainer Brüderle fordert einen konsequenten Schuldenabbau und eine Rückkehr zur Geldwertstabilität.

Rainer Brüderle spricht sich für vorbereitende Maßnahmen aus, die die beschleunigte Geldentwertung möglichst schnell verhindern. Quelle: dapd
Rainer Brüderle spricht sich für vorbereitende Maßnahmen aus, die die beschleunigte Geldentwertung möglichst schnell verhindern. Quelle: dapd

Deutschland, Europa und die Welt müssen sich für den Erhalt der Geldwertstabilität wappnen. Seit der Lehman-Krise haben die wichtigsten Zentralbanken rund um den Globus die Märkte mit Liquidität geflutet. Allein die amerikanische Notenbank (Fed) hat ihre Geldmenge nahezu verdoppelt. Die EZB vergibt an Geschäftsbanken Liquiditätshilfen fast zum Nulltarif, und das über den Zeitraum von drei Jahren. Die Zentralbank Japans betreibt seit vielen Jahren eine expansive Geldpolitik. Hinzu kommen rekordverdächtige Verschuldungsstände in allen entwickelten Volkswirtschaften.

Anzeige

Das sind die gefährlichen Zutaten für einen Cocktail einer Fiskalinflation, wie Wilhelm Röpke das nannte. Noch mag die globale Wirtschaftslage im Allgemeinen und in Europa im Besonderen unorthodoxe Maßnahmen rechtfertigen. Aber demnächst müssen die Zentralbanken und auch die Staaten den Fuß vom Gas nehmen.

Geldentwertung ist niemals ein rein ökonomisches Phänomen. Geldentwertung hat immer eine soziale und politische Dimension. Ökonomisch bedeutet Inflation zunächst, dass die Marktteilnehmer vor einer Nebelwand stehen, weil die Preissignale verzerrt sind. Das verunsichert die Unternehmen bei Investitionsentscheidungen und die privaten Haushalte bei Konsumentscheidungen. Arbeit und Kapital fließen dann nicht in die beste mögliche Verwendung. Wer Spekulation bekämpfen will, muss für Geldwertstabilität sorgen.

Inflation trifft die Falschen. Sie ist die asozialste Steuer, die man sich vorstellen kann. Sparer, Rentner und Einkommensschwache trifft die Keule der Geldentwertung besonders hart. Sie werden um ihren verdienten Ertrag gebracht. Übrigens ist interessant, dass gerade die politischen und gesellschaftlichen Kräfte in Deutschland, die sich angeblich der Umverteilung von oben nach unten verschrieben haben, die umverteilende Wirkung der Geldentwertung offensichtlich ausblenden. Anders ist es nicht zu erklären, dass etwa der Fraktionsvorsitzende der Grünen eine Banklizenz für den Europäischen Rettungsschirm fordert, also den ungezügelten Zugang zur Notenpresse. Das wäre der fatale Weg in die Inflationsunion.

  • 27.02.2012, 09:41 Uhrmohrfan

    @gehtsnoch:
    Das geht nicht, in unserem Geldsystem entspricht die Menge aller Guthaben IMMER der Menge aller Schulden. Wenn alle Schulden zurückgezahlt werden würden, dann gäbe es auch keine Guthaben mehr. Zinsen erhöhen die Schulden, aber auch die Guthaben, da irgendjemanden die Zinsen zustehen.

  • 19.02.2012, 12:09 Uhrgehtsnoch

    @ IRR

    keine sorge die kredite kommen, und wenn du sie nicht aufnimmst dann macht das eben deins staat für dich :-)

  • 19.02.2012, 11:42 Uhrgehtsnoch

    sparen, schulden zurückzahlen, geldwertstabilität? gib mir die welt+5% oder?

    durch einen "fehler" im system können die schulden nicht zurückgezahlt werden. weil durch die verzinsung neu geschöpften geldes mehr schulden als guthaben vorhanden sind, aber darum geht es auch gar nicht, es geht darum den bürger an ein existenzminnimum zu gewöhnen, bis er irgendwann bereit ist für ein bißchen mehr wohlstand politischen rattenfängern überall hin zu folgen auch zu einer weltreGIERung, einer währung und KEINER demokratie. herzlichen dank herr brüderle ihre glaubwürdigkeit haben sie damals bei ihrer slapstickeinlage vor der atomlobby damals bewiesen, als sie zu denen sagten der atomausstieg ist doch nur opium fürs volk (sinngemäß), sie konnten ja nicht ahnen das die kanzlerin wort hält. aber sie wussten das sie einen von beiden anlügen (die lobby oder uns) glaubwürdigkeit ade.

  • Kommentare
Kommentar: Die neue Generation der Alten

Die neue Generation der Alten

Spielekonsolen müssen sich im Konkurrenzkampf mit Smartphones und Tablets ihre Daseinsberechtigung neu verdienen. Microsoft geht dabei mit der neuen Entertainmentmaschine Xbox One eine heiße Wette ein.

Kommentar: Rote Karte mit Risiko

Rote Karte mit Risiko

Die EU wehrt sich gegen Chinas Exporteure und erhebt Schutzzölle auf Solarmodule. Diese Politik der klaren Kante ist überfällig – selbst wenn Vergeltung aus Peking wohl nicht lange auf sich warten lassen wird.

  • Kolumnen
Was vom Tage bleibt: Wenn man den Glauben an Brüssel verliert

Wenn man den Glauben an Brüssel verliert

Das Kännchen mit Olivenöl bleibt uns zum Glück erhalten und es gibt gute Nachrichten vom Devisenmarkt. Samsung rollt den Handymarkt auf und die SPD lässt sich in Leipzig feiern. Das Wichtigste im Tagesrückblick.

Bruns Breitseite: Die Demographie und das Geld

Die Demographie und das Geld

Deutschland gibt jährlich knapp 200 Milliarden Euro dafür aus, die Geburtenrate zu steigern. Vergeblich, der Gesellschaft droht die Vergreisung. Anleger sollten ihre Depots entsprechend justieren.

Handelsblog Pekings gefälschtes Ikea-Möbelhaus

Am meisten haben es mir die blau-gelben Polohemden der Möbelberaterinnen angetan. Der Schriftzug links auf der Brust lautet zwar „Joyme“, nicht „Ikea“, doch ansonsten wirken sie so schweden-mäßig, wie das überhaupt nur sein kann. Doch... Von Finn Mayer-Kuckuk. Mehr…

  • Gastbeiträge
SPD feiert Geburtstag: Große Marke ohne Kern und Vision

Große Marke ohne Kern und Vision

150 Jahre mit einem gefühlten Marktanteil von 30 Prozent im Markt ist eine Meisterleistung. Mannesmann oder Quelle könnten ein Lied davon singen, wenn es sie noch gäbe. Glückwunsch für die SPD - und ein Marken-Check.

Gastbeitrag: „Die SPD hat sich nie verleugnet“

„Die SPD hat sich nie verleugnet“

Politik sei das langsame Bohren harter Bretter, sagte Max Weber. In 150 Jahren hat die SPD tatsächlich viel hartes Holz gebohrt und viel erreicht. Für die Zukunft muss sie sich eines bewahren: ihren Mut.

Gastkommentar Lafontaine: Plädoyer für ein neues Währungssystem

Plädoyer für ein neues Währungssystem

Das Eurosystem ist falsch konstruiert und kann nicht funktionieren. Ein Haus, dessen Statik nicht stimmt, bricht irgendwann zusammen. Deshalb brauchen wir ein stabileres neues europäisches Geldsystem.

  • Presseschau
Presseschau: „Spaniens Tage sind gezählt“

„Spaniens Tage sind gezählt“

Die Verstaatlichung der spanischen Großsparkasse Bankia ist nach Medieneinschätzung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die entscheidende Frage sei, wie Spanien die Rettungsmaßnahmen bezahlen wolle. Die Presseschau.