Gefährdete Vision
Ohne neue Geldgeber droht DBA das Aus

Es ist der Griff nach dem letzten Strohhalm. Dass Hans Rudolf Wöhrl, der Aufsichtsratschef der Billig-Airline DBA, in einem Brief an die Mitarbeiter dermaßen die Hosen herunterlässt und sogar die Höhe der Abfindung an den ausgestiegenen Investor nennt, zeigt, wie prekär die Lage ist.

Nur ein dramatischer Einschnitt bei den Gehältern bringt einen kurzen Aufschub bei der verzweifelten Suche nach einem Investor. Ohne neuen Geldgeber geht es bei der Fluggesellschaft nicht weiter, daraus macht auch Wöhrl keinen Hehl.

Doch die Chancen, einen Finanzinvestor für DBA zu begeistern, sind minimal. Die Ferienfluggesellschaft LTU versucht seit Jahren vergeblich, einen finanzkräftigen Partner zu finden. Und auch die DBA ist fast allen üblichen Verdächtigen zum Kauf angeboten worden – ohne Ergebnis. So hatte der britische Konkurrent Easyjet überlegt, über einen Kauf der DBA in den deutschen Markt einzusteigen. Doch nach einer eingehenden Prüfung zerschlugen sich diese Pläne schnell. Die hohen Personalkosten schreckten die Briten ab.

Vor zwei Jahren kaufte Wöhrl die DBA von British Airways und bekam eine Mitgift von 70 Millionen Euro dazu. Von dieser Substanz lebt das Unternehmen seitdem weitgehend. Doch jetzt bleibt ihm nicht mehr viel Zeit, um das Unternehmen winterfest zu machen. Sind die lukrativen Sommermonate vorbei, geht es bei allen Fluggesellschaften ans Eingemachte. Dazu kommen dieses Jahr verschärfend die hohen Ölpreise.

Wöhrl selbst bezeichnet sein Geschäftsmodell einer kostengünstigen Alternative für Geschäftsreisende als „visionär, aber gefährlich“. Nach dem Ausstieg des Investors Bischoff ist seine Vision nun akut gefährdet. Wenn die DBA den Frühling erreichen will, reicht ein Strohhalm nicht mehr aus.

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