Gehaltsdebatte
Verdienen Manager ihre Topgehälter?

Wie viel ein Manager verdienen darf, sorgt immer wieder für hitzige Debatten. Dabei stützen vor allem drei Argumente die Topgehälter - doch keines davon ist richtig, schreibt Dieter Fockenbrock.
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Auch Norbert Reithofer setzt Maßstäbe. Der Vorstandsvorsitzende des Münchener Autokonzerns BMW ist in diesem Jahr der am schlechtesten bezahlte Automanager der Republik - gemessen an der erreichten Umsatzrendite des Münchener Konzerns. Reithofer erhält für das äußerst erfolgreiche Geschäftsjahr 6,2 Millionen Euro. Und das bei einer operativen Rendite von stolzen 11,8 Prozent.

VW-Chef Martin Winterkorn vermag konzernweit nur 7,1 Prozent vorzuweisen, bekommt mit 17,5 Millionen Euro aber bald das Dreifache Reithofers. Selbst Daimler-Chef Dieter Zetsche kassiert 8,8 Millionen für die Mühen des Jahres, und damit mehr als sein Münchener Kollege. Dabei reichte es in Stuttgart nur für neun Prozent Umsatzrendite.

Zweck dieses kleinen Zahlenspiegels ist es keineswegs, die Leistungen der Herren Reithofer, Winterkorn und Zetsche in Zweifel zu ziehen. Noch weniger geht es darum, das inzwischen recht stattliche Salär der führenden deutschen Automanager populistisch anzuprangern. Hier soll es vielmehr um die Frage gehen, ob die Manager der Republik ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden.

Die Bezahlung eines Vorstandsvorsitzenden lässt sich nicht - wie vielfach behauptet - mit der eines Büroangestellten vergleichen. Hier gelten eigene Regeln. Doch die zentralen Argumente, die gegen Kritik an üppigen Managergehältern angeführt werden, können auch nicht überzeugen.

Erstens: Die Bezahlung von Topmanagern müsse sich an internationalen Maßstäben orientieren. Zweitens: Manager trügen im Gegensatz zu normalen Beschäftigten ein Beschäftigungsrisiko. Und drittens: Managervergütungen seien Knappheitspreise und nicht das Ergebnis tarifrechtlich definierter Qualifikationsmaßstäbe.

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  • Sehenswerter Videobeitrag zu dem Thema.

    http://www.veeds.org/2012/03/20/Topverdiener-Managergehaelter-auf-Rekordkurs/

  • Ja zur Neiddebatte - die ist längst überfällig! Ja zur überproportionalen Spitzensteuer und ja zum Auswandern der sogenannten Leistungsträger! Dann können Sie auf Ihrer Insel der Seligen weitermachen und mit bloßen Worten Essen auf den Tisch zaubern. Vielleicht kommt dann die zweite Garnitur mit weniger hohen Gehaltsforderungen ans Ruder - ganz so wie die elite es zur Zeit mit neuen Angestellten und Zeitarbeitern macht. Weniger Gehalt ist mehr!

  • Das sind private Unternehmen. Daher können sie ihren Mitarbeitern so viel zahlen wie sie wollen. Wenn Apple einen Steve Jobs mehrere hundert Millionen Euro für das ausbeuten chinesischer Arbeiter bezahlte können die das gerne.

    Das von der GEZtapo finanzierte öffentliche Rundfunksystem ist da doch eher ein Problem. Ein Günter Jauch bekommt pro Sendeminute mehr als 4000 Euro von der ARD. Dazu werden mit Mondpreisen die Rechte an Boxveranstaltungen, Fußball und Olympia gekauft. Wie kann es sein das Fußballspieler mehr als 1 Mio. Euro im Jahr bezahlt bekommen?

    Daher erst mal das öffentlich rechtliche Fernsehen abschaffen. Oder findet es irgendjemand angemessen dass die Intendanten mehr Gehalt bekommen als Frau Merkel.

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