Geldpolitik in Europa könnte einiges tun, um den Aufschwung abzusichern
OECD: Neuwahlen allein helfen Deutschland nicht

Die Hoffnungen auf ein immer breiter und robuster werdendes Wirtschaftswachstum in der Welt dürften sich nach Einschätzung der OECD kaum bewahrheiten. Gerade dem Euro-Raum und insbesondere Deutschland fehle es an nachhaltiger Wachstumskraft.

HB PARIS/BERLIN. Nicht die Ankündigung von Neuwahlen, sondern nur ein fortgesetzter Reformkurs kann dem lahmenden Wirtschaftswachstum in Deutschland nach Einschätzung der OECD neue Impulse geben. Die Organisation senkte ihre Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft auf das Niveau der jüngsten Regierungsschätzung und plädierte für eine schnelle Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Entscheidender als Neuwahlen sei, dass es mit den Reformen weitergehe, wie auch immer die nächste Regierung aussehe, sagte der Deutschland-Experte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Eckhard Wurzel, am Dienstag bei einer nach Berlin übertragenen Videokonferenz. "Angenommen wir würden unsere Prognose heute machen, sie würde genauso ausfallen." Für Deutschland rechnet die OECD inzwischen wie die Bundesregierung mit einem unbereinigten Wachstum von 1,0 % in diesem und 1,6 % im nächsten Jahr. Vor einem halben Jahr war sie noch von 1,2 % beziehungsweise 2,1 % ausgegangen. Der EZB empfahl die OECD angesichts der geringen Inflation und des schwachen Wachstums eine Leitzinssenkung Mitte 2005 um einen halben Prozentpunkt. Die europäische Defizitmarke von drei Prozent werde Deutschland 2005 und auch 2006 reißen.

Für die Weltwirtschaft insgesamt rechnet die OECD mit einer Wachstumsabschwächung bei zunehmend uneinheitlicher Entwicklung in den verschiedenen Weltregionen. Insgesamt würden die rund 30 Länder der OECD, zu der die meisten Industriestaaten zählen, um 2,6 % in diesem und 2,8 % im nächsten Jahr wachsen. Während die USA mit Wachstumsraten von 3,6 und 3,3 % zwar schwächer als im Vorjahr, aber immer noch kräftig zulegen dürften, fehle es in der Euro-Zone mit Wachstumsraten von 1,2 und zwei Prozent an Robustheit und Dynamik. In Asien geht es großteils viel kräftiger aufwärts.

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