Gemeine Genossen
Nur Knut ist Sigmars Freund

Da ist der Sigmar Gabriel so berühmt, und dann wollen die im SPD-Präsidium nicht mit ihm spielen. Das ist total gemein, meint Klemens Kindermann .
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Nein, das würde dem Sigmar niemand verdenken, wenn er sich jetzt erst mal auf die Brillenbäranlage setzt und traurig ist. Neben den Knut. Denn der versteht ihn vielleicht als Einziger so richtig. Da ist der Sigmar Gabriel so berühmt (Minister!), und dann wollen die im SPD-Präsidium nicht mit ihm spielen. So witzig ist er („Ohne Eis kein Eisbär“), aber die vom SPD-Rudel haben Angst, dass er zu bärenstark wird. Das ist total gemein. Dabei wollte der Sigmar doch unbedingt in dieses Präsidium gewählt werden, und der Kurt hatte das doch auch gesagt.

Der Kurt Beck, der ist ja nett. Der wollte ihn hinterher trösten. Dass der Sigmar jetzt nicht drankomme, das sei ein „normaler Vorgang“. Aber wie meint er das eigentlich? Für den Sigmar ist das gar nicht normal. Der war schon der jüngste Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes, jawohl. Und der Nachfolger von dem Gerhard Schröder (also jetzt nicht als Kanzler, aber in Hannover, immerhin). Und der „Siggi Pop“ der SPD, der sich um die ganzen komplizierten Pop-Fragen der Partei gekümmert hat, war er auch schon. Und jetzt? Jetzt wählen sie ihn noch nicht einmal in so einen popeligen Präsidiumssessel hinein.

Es wird wohl ein wehmütiger Abend im Hauptstadt-Zoo werden, wo der Knut seine große Eisbärentatze dem Sigmar auf die Schulter legt und ihm sagen muss, dass alles seine Zeit braucht. Wer als Niedersachse vor einer Landtagswahl nicht als Beisitzer gewählt wird, der muss noch viel tun, dass die anderen ihm auch wirklich trauen. Der kann zwar eine große internationale Artenschutzkonferenz organisieren (mit Knut als Maskottchen), aber vor allem muss er mal eine Wahl gewinnen, in Niedersachsen oder sonst wo. Das Eisbärenleben ist grausam und kalt.

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