General Motors
Die europäische Karte

Es war eine sehr erfolgreiche Woche für Kirk Kerkorian. Dem US-Milliardär ist es nicht nur gelungen, seinen Vertrauten Jerome York im Aufsichtsrat von General Motors (GM) unterzubringen. Der von Krisen geschüttelte Autokonzern musste Kerkorian auch in anderen wesentlichen Punkten entgegenkommen. Auf Drängen Kerkorians, mit knapp zehn Prozent der Aktien einer der wichtigsten GM-Anteilseigner, verzichten die Vorstandsmitglieder auf bis zu 50 Prozent ihrer Millionengehälter.

Da 30 000 Stellen gestrichen und etliche Werke geschlossen werden sollen, so der Gedanke Kerkorians, muss auch das Top-Management Opfer bringen. Schließlich werden noch die Aktionäre zur Kasse gebeten: GM streicht die Dividende für 2005 um die Hälfte auf knapp 600 Millionen Dollar zusammen.

Bis auf eine Ausnahme sind damit alle Wünsche des Tandems Kerkorian/York erfüllt. Die letzte, noch offene Forderung birgt jedoch erheblichen Zündstoff – gerade mit Blick nach Europa. York hatte schon vor Wochen an das GM-Management appelliert, sich von unrentablen Tochtergesellschaften zu trennen. An erster Stelle nannte der jetzt neu berufene GM-Aufsichtsrat die schwedische Marke Saab.

Würde der US-Konzern Saab abgeben, gäbe es in der Tat eine wesentliche finanzielle Entlastung. Allein im letzten Jahr lag der Verlust der Schweden bei 300 Millionen Dollar. Über das zurückliegende Jahrzehnt summieren sich die GM-Finanzhilfen für Saab auf Milliardenhöhe.

Da es Kerkorian und York schon bei den anderen Punkten gelungen ist, den GM-Vorstand umzustimmen, könnte das schließlich auch in der Saab-Frage gelingen. Doch ein Verkaufsprozess nimmt seine Zeit in Anspruch, er dauert viel länger als die Halbierung der Vorstandsvergütung oder der Dividende.

Die Frage eines Verkaufs von Saab wirft noch in anderer Hinsicht Probleme auf: Wahrscheinlich ließe sich die schwedische Marke allein gar nicht verkaufen. Als York zu Jahresbeginn öffentlich die Trennung von Saab verlangte, hatte er dabei möglicherweise schon den gemeinsamen Verkauf mit der deutschen Tochter Opel im Sinn.

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