Geschäftsberichte
Fakten statt Stories

Es ist schon erstaunlich: Das gedruckte Wort gewinnt an Bedeutung. Dabei hatten Auguren schon vor Jahren das Ende des Klassikers unter den Finanzinformationen vorausgesagt.

Gedruckte Geschäftsberichte, so hieß es nicht erst mit Beginn des Internetbooms, hätten sich bald überlebt. Dahinter steckte die Prognose, Privatanleger verhielten sich bald wie die Profis. Diese nutzen vor allem elektronische Medien, um sich zu informieren. Doch das Gegenteil trat ein. Die Unternehmen pflegen immer stärker ihre kleinen Investoren. Das ist vor allem der Erkenntnis geschuldet, dass gut aufbereitete Geschäftsberichte ein hervorragendes Marketinginstrument sind, um neue Aktionäre zu werben und Altaktionäre bei der Stange zu halten.

Allein bunt und aufwändig gestaltete Geschäftsberichte reichen da nicht aus. Schon gar nicht, um nach dem Börsencrash verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Folglich machten sich viele Unternehmen daran, aus ihren Lesebüchern über die Konzerngeschäfte echte Anlegerinformationen zu kreieren.

Mit Erfolg, wie der jüngste Handelsblatt Firmencheck zeigt. Erneut ist die Informationsqualität gestiegen. Und: Vor allem die verschmähten Wachstumswerte aus dem TecDax geben sich große Mühe, den Anschluss an die TopLiga zu finden. Die Sache hat allerdings einen Haken. Über die Geschäftsergebnisse zu berichten, ist sehr komplex geworden, nicht zuletzt durch neue internationale Bilanzierungsnormen. Viele Konzerne überfordern inzwischen mit einem Informationssalat und mit schierer (Papier-) Masse ihre Investoren. Sie werden die Quittung dafür bekommen. Denn auf die reine Börsenstory fährt heute niemand mehr ab.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent
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