Gewinnwarnung

Siemens verspielt Vertrauen

Der Alltag hat Siemens-Chef Peter Löscher eingeholt, er ist ziemlich grau. An einem Tag, an dem die Märkte weltweit in heller Aufregung sind, hat Siemens mit einer derben Gewinnwarnung Öl ins Feuer gegossen. Derart heftig hat kaum ein deutsches Vorzeige-Unternehmen in letzter Zeit Vertrauen verspielt, knapp zehn Milliarden Euro lösten sich binnen Minuten an der Börse in Luft auf.
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Der Alltag hat Siemens-Chef Peter Löscher eingeholt, er ist ziemlich grau. An einem Tag, an dem die Märkte weltweit in heller Aufregung sind, hat Siemens mit einer derben Gewinnwarnung Öl ins Feuer gegossen. Derart heftig hat kaum ein deutsches Vorzeige-Unternehmen in letzter Zeit Vertrauen verspielt, knapp zehn Milliarden Euro lösten sich binnen Minuten an der Börse in Luft auf.

Es wird einige Zeit dauern, bis sich Siemens und die Aktie von diesem Montagsschocker erholt haben. Andererseits spricht es für die Ernsthaftigkeit der neuen Siemens-Führung, dass sie ungeachtet aller Turbulenzen in dem Augenblick an die Öffentlichkeit ging, an dem die Schieflage vor allem im Kraftwerksbereich bekannt wurde.

In ihrer Substanz sind die Probleme nicht nur hausgemacht, sie entstammen einer anderen Ära. Der fossile Kraftwerksbau hat Jahre lang über seine Verhältnisse gelebt, das ist jetzt endlich sichtbar geworden. Auch im Bereich Schienenfahrzeuge sind die Probleme alles andere als neu, neu ist nur die Dimension.

Womit wir bei der zentralen Frage angekommen sind: Warum hat es so lange gedauert, bis Klarheit herrscht in Siemens Problembereichen? Finanzchef Joe Kaeser wird sich unangenehme Fragen gefallen lassen müssen. Selbst die größten Turbulenzen des Schmiergeldskandals hat er gemeistert. Nun steckt er ausgerechnet in seinem Kerngeschäft, den Zahlen, in einer Vertrauenskrise.

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