GM
Konzept gesucht

General Motors kommt aus den roten Zahlen einfach nicht heraus. Dem US-Automobilkonzern fehlt an griffigen Konzepten.
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Wer nur die Kosten im Auge hat und ein schlüssiges Konzept schuldig bleibt, kommt nicht voran. Angesichts eines Rekordverlusts von fast 40 Milliarden Euro im Jahr 2007 versucht der Finanzchef von General-Motors, Fritz Henderson, den Blick auf die nächste Sparrunde zu lenken. Möglichst viele der 74000 organisierten Werkarbeiter will er von der Gehaltsliste streichen – reichen wird das wieder nicht.

Schon nach der teuer erkauften Einigung mit der US-Autogewerkschaft UAW auf günstigere Konditionen hatte GM erklärt, man habe sich endlich von einer erdrückenden Finanzlast befreit. Das war augenscheinlich aber nicht genug. Das ehemals stolze US-Autobauertrio hängt am Fliegenfänger: Nach Ford und Chrysler hat auch GM erneut rote Zahlen vorgelegt.

Wie lange geht das so noch weiter, fragen sich die Finanzmärkte bang. Selbst ermutigende Zeichen wie ein Absatzplus für GM im Januar sind teuer erkauft: Nur weiter gestiegene Rabatte ermöglichten den Erfolg. Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die US-Nachfrage schrumpft angesichts von Finanz- und Immobilienkrise.

Europa ist kurz davor, Nordamerika als größten Automarkt der Welt abzulösen. Dort laufen die Geschäfte für GM nicht schlecht. Die im unteren Preissegment positionierte Marke Chevrolet kann besonders in den Wachstumsmärkten Osteuropas Absatzerfolge feiern. Das langjährige deutsche Sorgenkind Opel schreibt immerhin das zweite Jahr in Folge schwarze Zahlen.

GM hat früher als etwa Chrysler Schlüsse aus dem Erfolg des japanischen Erzrivalen Toyota gezogen und setzt auf ein Bündel umweltfreundlicher Technologien. Dem Autoriesen bleibt gar nichts anderes übrig, als das angestaubte Image seiner Kernmarken aufzufrischen. Aber anderen Marken nur hinterher zu hecheln, ist kein Erfolgskonzept.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

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