Google
Zweites Leben für Bücher

Ich freue mich schon darauf. Die Bayerische Staatsbibliothek wird zusammen mit der kalifornischen Suchmaschine Google über eine Million alte Bücher und Handschriften digitalisieren und ins Internet bringen. Es sind alles Werke, bei denen das Urheberrecht abgelaufen ist, wird versichert. Und beides ist gut so, sowohl das Digitalisieren als auch die Wahrung des Urheberrechts. Denn alles das, was da in den Archiven und Kellern in München und vielen anderen Bibliotheken der Welt schlummert, ist Kulturgut, das es den Menschen wieder nahe zu bringen gilt. Es sind vergessene Werke, oft genug mit viel Steuergeld gekauft und behütet, gelesen nur noch von ein paar Historikern, Studenten, Professoren und anderen Kulturbeflissenen. Das Web 2.0 wird es ändern. Webseiten werden entstehen zu den verrücktesten Spezialthemen, über die sich Menschen aus aller Welt Gedanken machen werden. Es sind sozusagen Social-History-Seiten, die Enkel von Youtube & Co. Natürlich wird dieses Projekt die Macht des Suchriesen Google weiter verstärken. Nur dort – und auf der offiziellen Bibliotheksseite natürlich – werden sich die Bücher im Volltext wiederfinden. Konkurrenten wie Yahoo oder Microsoft werden leer ausgehen. Deren Nutzer werden die Bücher nicht finden. Aber auch das ist gut so. Einer muss das Ganze ja bezahlen. Und diesmal ist es Google. Der Nutzen der weltweiten digitalen Verbreitung dieses fast verloren gegangenen Kulturguts sollte höher eingestuft werden als Bedenken über Wettbewerbsfragen. Es sei denn, Google oder ein anderer digitaler Mitspieler versucht, die Nutzung einzuschränken oder mit dem Zugang Geld zu verdienen. Dann muss der Steuerzahler und Bürger ein Recht haben einzuschreiten.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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