Große Koalition
Merkel und ihr Münte

Deutschland bekommt einen Vizekanzler wider Willen. Eigentlich hätte Franz Müntefering lieber als Parteichef vom Willy-Brandt-Haus die Strippen der Macht gezogen. Doch weil der SPD nach Schröders Abschied der neue Hoffnungsträger fehlt, muss Münte in die Bresche springen und mit Merkel zusammen regieren.

Was das für die künftige Bundesregierung bedeutet, lässt sich derzeit kaum absehen: Entweder lässt sich Müntefering in die Kabinettsdisziplin einbinden und erkennt die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin an. Dann wird er zwangsläufig früher oder später in Konflikt mit seiner eigenen Partei geraten. Oder er spielt im künftigen Bundeskabinett vor allem den Sachwalter sozialdemokratischer Interessen. Das würde ihn zwangsläufig in Gegensatz zu Angela Merkel bringen.

Das Zusammenspiel der Parteivorsitzenden von CDU und SPD im Amt des Regierungschefs und dessen Stellvertreter dürfte auf jeden Fall zu einer komplizierten Gratwanderung werden – keine guten Aussichten für die Stabilität der großen Koalition.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel
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