Hannover Messe
Kommentar: Markenartikel

Der Aufschwung der Industrie verhilft auch der Hannover-Messe zu neuer Topform.
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Es gehört zum Schicksal von Coca-Cola, Persil und vielen anderen, dass es für sie nicht nur gute, sondern stets auch schlechte Tage gegeben hat und sie trotzdem immer noch im Regal stehen. Insofern ist es normal, dass gerade der Hannover Messe, der deutschen Messe-Ikone schlechthin, regelmäßig ein Ende mit Schrecken prophezeit worden ist und sie trotzdem noch stattfindet. Abwanderung von Spezial-Ausstellungen, Zuschauer- und Ausstellerschwund, Langeweile und Themenarmut: Hannover hat viele negative Schlagzeilen geliefert.

Spätestens seit Sonntagabend wissen wir aber, dass das Vorzeigeprodukt der Deutschen Messe AG so frisch ist wie am ersten Tag im Jahr 1947: 5 100 Aussteller, mehr als 200 000 erwartete Besucher, 170 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche – die Wachstumsraten der Messe sehen 2008 ungefähr so gut aus wie die des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Das liegt vor allem daran, dass Hannover seinen Markenkern, Aushängeschild der deutschen Industrie zu sein, eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Wenn es der deutschen Industrie gutgeht, dann geht es auch Hannover gut. Aber die Messe profitiert nicht nur von der immer noch kräftigen Konjunktur für Investitionsgüter weltweit, sie hat auch selbst dafür gesorgt, auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Und so nimmt sie mit ihren diversen Spezialformaten das auf, was „Mega-Trends“ genannt wird. Man könnte gar noch höher greifen und „Menschheitsthemen“ dazu sagen.

Wenn in diesem Jahr Automation und Energie Schwerpunktthemen sind, dann spiegelt die Deutsche Messe AG das, was industriell gesehen an der Zeit ist. Solange die Hannover Messe diesen hohen Anspruch erfüllt, wird sie weltweit auch in den kommenden Jahren eine unbestrittene Topmarke bleiben.

Quelle: Pablo Castagnola
Christoph Hardt
Handelsblatt / Ressortleiter

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