Hannover Messe
Kommentar: Vorsprung durch Effizienz

Die deutsche Wirtschaft liegt klar im Aufwärtstrend. Die Stimmung auf der weltgrößten Industriemesse in Hannover ist so gut wie seit Jahren nicht mehr. Die Ausstellungshallen sind gut besucht, und das Interesse der Kunden an den neuesten Entwicklungen aus deutschen High-Tech-Schmieden ist hoch. Die Durststrecke ist offenbar überwunden. Viele Branchen wie der Maschinenbau, die Elektroindustrie und die Stahlhersteller berichten über gut laufende Geschäfte. Auch die Zeiten des Beschäftigungsabbaus sind vorbei: Viele Unternehmen stocken ihre Investitionen auf und stellen neue Mitarbeiter ein. Die Mehrwertsteuer-Erhöhung hat nicht die befürchtete Abschwächung gebracht. Alle Prognosen für das Wirtschaftswachstum wurden inzwischen nach oben korrigiert und haben eine Zwei vor dem Komma. Der Aufschwung wird besonders von den stahlintensiven Ausrüstungsinvestitionen getragen. Es zahlt sich zunehmend aus, dass deutsche Unternehmen auch bei den Technologien für den Klimaschutz weltweit führend sind. Insbesondere bei der Steigerung der Energieeffizienz werden sie von ihrem Vorsprung profitieren.

Doch einige Verbandsfunktionäre malen immer noch ein düsteres Bild der Lage. BDI-Präsident Jürgen Thumann freut sich nur halbherzig über den deutlichen Zuwachs bei den Bruttoanlageninvestitionen. Das jüngste Plus von 5,6 Prozent sei zwar der höchste Wert seit der Wiedervereinigung, aber im internationalen Vergleich recht dürftig. Maschinenbau-Chef Dieter Brucklacher ärgert sich über nicht ganz optimale Abschreibungsmöglichkeiten für seine mittelständische Klientel. Beide Herren haben Recht. Aber sie klagen auf einem hohen Niveau. Auch wenn Unternehmen und Politik noch längst nicht alle Hausaufgaben gemacht haben: Die deutsche Industrie dreht wieder mächtig auf.

Markus Hennes
Markus Hennes
Handelsblatt / Teamleiter Sport
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