Hellenic Telecom
Widerstände

Der griechische Wirtschaftsminister Giorgos Alogoskoufis kann seine Erleichterung nicht verbergen: noch vor wenigen Wochen musste er eine feindliche Übernahme der bisher staatlich geführten Hellenic Telecom (OTE) befürchten. Aber jetzt erfüllt sich doch noch sein lang gehegter Wunsch, einen großen Telekom-Konzern als strategischen Investor bei OTE an Bord zu holen.
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Das verdankt der Minister vor allem den von seinem Haus und der OTE-Spitze geschickt geführten Sondierungsgesprächen der vergangenen Monate. Aufatmen kann Alogoskoufis allerdings noch nicht. Denn der neue Großaktionär Deutsche Telekom wird von vielen Beschäftigten des einstigen Staatsmonopolisten keineswegs mit offenen Armen empfangen. Die Bonner müssen sich auf starke Widerstände der Gewerkschaften einstellen.

Ohnehin brodelt es in Griechenland: um die geplante Rentenreform der konservativen Regierung zu verhindern, überziehen die Arbeitnehmerorganisationen das Land seit Wochen mit immer neuen Streiks. Besonders verbissen kämpfen die Bediensteten der öffentlichen Unternehmen gegen die Reformpläne. Denn sie haben am meisten Privilegien zu verlieren. OTE-Chef Panagis Vourloumis hat in den vergangenen zwei Jahren bereits fast 5 000 der einst 15 000 Beschäftigten in den Vorruhestand geschickt.

Die Sozialpläne kosteten das Unternehmen zwar rund 1,2 Mrd. Euro, zahlen sich aber bereits aus: 2007 dürfte OTE die Gewinnschätzungen der Analysten, die bei durchschnittlich 620 Mill. Euro lagen, übertroffen haben. Mit dem Einstieg der Deutschen Telekom gewinnt CEO Vourloumis einen starken Verbündeten für seinen Sanierungskurs.

Wie erbittert sich allerdings die griechischen Gewerkschaften, unterstützt von den linken Oppositionsparteien, gegen die Beteiligung ausländischer Konzerne wehren, zeigt das Beispiel der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft DEI, deren Belegschaft sich zur Zeit vehement gegen gemeinsame Kraftwerksprojekte mit RWE auflehnt. Ähnliche Auseinandersetzungen dürften nun auch bei OTE bevorstehen.

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