Henkel
Kapitaler Schaden

Henkels Werbespruch „A Brand like a Friend“ dürfte seit heute mit einem kapitalen Schaden ins Rennen gehen. Denn der Düsseldorfer Hersteller von Pritt-Klebern, Persil-Waschmittel und Fa-Duschgel läuft mit dem angekündigten Jobabbau Gefahr, zum neuen Buhmann der Nation zu werden.
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Henkels Werbespruch „A Brand like a Friend“ dürfte seit heute mit einem kapitalen Schaden ins Rennen gehen. Denn der Düsseldorfer Hersteller von Pritt-Klebern, Persil-Waschmittel und Fa-Duschgel läuft mit dem angekündigten Jobabbau Gefahr, zum neuen Buhmann der Nation zu werden.

Rund 3 000 Stellen will der scheidende Vorstandschef Ulrich Lehner streichen – und damit 700 mehr als Nokia in Bochum. Was den Konsumgüterhersteller mit dem Handyproduzenten verbindet: Auch Henkel legte für das abgelaufene Jahr glänzende Ergebnisse vor. Der Jahresgewinn stieg um acht Prozent auf 941 Mill. Euro. Aktionäre des Dax-Konzerns können deshalb nun mit sechs Prozent mehr Dividende rechnen als im Vorjahr – der Vorwurf des ruchlosen „Aktionärskapitalismus“, da kann sich Lehner sicher sein, wird nun auch an ihm kleben bleiben.

Dabei strapaziert Lehner seit heute selbst die Freundschaft zu seinen Aktionären. Denn überraschend kündigt Henkel an, die Rechtsform der Gesellschaft zu verändern. Aus der „KGaA“ wird eine „AG & Co KGaA“. Hinter dem neuen kyptischen Namenkürzel verbirgt sich ein erheblicher Einschnitt: Ab sofort haften die Henkel-Erben nicht mehr persönlich für das Unternehmen, sondern nun doch die Anteilseigner mit ihrem Aktienkapital. Bislang hatten Banken und Anleger die persönliche Haftungsbereitschaft der Henkel-Familie als Garant für einen soliden Unternehmenskurs geschätzt.

Auch für Verbraucher entwickelt sich Henkel zunehmend zum Aufreger. Dass die Marke ihr Freund ist, dürften die Kunden seit wenigen Tagen ohnehin kaum noch glauben. Vor einer Woche erst flog auf, dass sich die Düsseldorfer in der Vergangenheit mit den Wettbewerbern Unilever, Sara Lee und Colgate-Palmolive bei ihren Preisen abgesprochen haben, um Deutschlands Kunden tiefer in die Tasche zu greifen. Ähnliche Anschuldigungen tauchen nun auch in Frankreich auf. Der Ruf von Ulrich Lehner, der lange Zeit als Saubermann unter den deutschen Konzernchefs galt, ist damit angeknackst. Schlechter hätte er seinen geplanten Start an der Aufsichtsratsspitze der Deutschen Telekom wohl kaum inszenieren können.

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