Henkel Kommentar: Auf den Leim gegangen

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Ein wenig langweilig, aber grundsolide. Auf diesen Nenner lässt sich für viele Anleger die Henkel-Aktie bringen. Seit Jahren steht die „Persil“-Aktie für ein sicheres Investment. Persil, da weiß man, was man hat. Doch die Zeiten haben sich geändert. Denn Henkel macht heute bereits mehr Umsatz und Gewinn mit Klebstoffen als mit Wasch- und Reinigungsmitteln. Ein großer Teil davon entfällt nicht mehr auf Konsumgüter, sondern auf Produkte für die Luftfahrt- und Automobilindustrie. Henkel setzt sich damit neuen, konjunkturellen Risiken aus.

Henkel-Chef Ulrich Lehner, der im April 2008 planmäßig sein Amt abgibt und in den Aufsichtsrat wechselt, will diese Sparte nun weiter ausbauen. Er hat ein Auge auf die knapp zwei Mrd. Euro schweren Klebstoffgeschäfte des britischen Chemiekonzerns ICI geworfen, den der Konkurrent Akzo Nobel übernehmen will. Analysten schätzen den Wert der ICI-Klebstoffgeschäfte, an denen Henkel interessiert ist, auf 2,6 bis drei Mrd. Euro. Lehner spricht von einer ausgezeichneten Ergänzung der eigenen Klebstoffaktivitäten. Bisher größte Übernahme war der US-Waschmittelhersteller Dial im Jahr 2004 für umgerechnet 2,4 Mrd.Euro - sozusagen eine Ergänzung des „Persil“-Geschäfts.

Doch bislang gibt es nur eine Exklusivitätsvereinbarung für mögliche Übernahmegespräche mit Akzo. Und es ist noch gar nicht sicher, ob und zu welchem Preis die Niederländer bei ICI zum Zuge kommen. Alles sieht hier nach einem Poker aus. Das dürfte auch den Preis für Henkel in die Höhe treiben.

Unsicherheiten, die an der Börse zu spüren sind. Der Kurs der Henkel-Aktie gab gestern trotz Anhebung der Umsatzprognose deutlich nach. Über Nacht ist die Henkel-Aktie zu einem Spekulationspapier geworden.

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