Herkules
Ein Hoffnungsträger

Ob es seine Schöpfer wohl geahnt haben? Treffender könnte der Name des IT-Projekts der Bundeswehr nicht lauten. Die Modernisierung der Informations- und Kommunikationstechnologie der deutschen Streitkräfte ist eine echte Herkulesarbeit.

Es ist das größte europäische Projekt im Rahmen einer so genannten Public-Private-Partnership, einer Kooperation von öffentlicher Hand und Industrie. Deshalb sollte es auch niemanden wundern, wenn in den nächsten Monaten das eine oder andere Problem auftreten sollte. IT-Projekte mit einem Volumen von sieben Milliarden Euro sind höchst komplex, erst recht, wenn der Staat ein Wort mitzureden hat. Doch wo die Risiken hoch sind, gibt es bekanntlich auch die größten Chancen. Mit Herkules können die Beteiligten endlich beweisen, dass solche Megaprojekte in Deutschland erfolgreich gemanagt werden können.

Das wäre nicht nur für künftige Projekte von Vorteil, sei es der digitale Polizeifunk oder die Gesundheitskarte. Es wäre auch ein guter Nährboden für die heimische IT-Industrie. Zwar mag man kritisieren, dass bei Herkules mit IBM ein US-Konzern zum Zuge gekommen ist. Doch gerade die Gesundheitskarte belegt, wie sehr solche Projekte der Innovationskraft kleinerer Firmen bedürfen. Allen Unkenrufen zum Trotz: Herkules hat das Potenzial, am Ende einen Sieg nach Hause tragen zu können. Dass das möglich ist, zeigt ein anderes PPP-Projekt: Das deutsche Mautsystem Toll Collect begann mit einem Fehlstart, wird jetzt aber mehr und mehr zu einer Erfolgsstory.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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