Hintergrund
Die Entwicklung der großen Parteien

Die SPD hat nach sieben Jahren ihre Mehrheit im Bundestag verloren. Doch auch die Union hat überraschend weniger Stimmen als vor drei Jahren bekommen. Die Grünen haben ihren dritten Platz im Parteienspektrum eingebüßt. Gewinner ist die FDP.

HB HAMBURG. Bei der Bundestagswahl am Sonntag rutschte die SPD auf eines ihrer schlechtesten Ergebnisse seit 50 Jahren. 2002 waren die Sozialdemokraten bundesweit noch auf 38,5 % der Stimmen gekommen, 1998 auf 40,9. Zuletzt hatte die SPD auch bei elf Landtagswahlen in Folge nur Verluste gemacht. Nach der Landtagswahl im Mai verlor die Partei nach 39 Jahren die Macht in ihrem "Stammland" Nordrhein-Westfalen. Damit fiel auch die vorerst letzte Bastion von Rot-Grün in den Ländern.

Mit der Parole "Die Richtung stimmt" hatten sich Schröder und seine rot-grüne Koalition 2002 nur knapp behauptet. Zuwächse der Grünen konnten die Verluste der SPD ausgleichen. Die Talfahrt begann im Februar 2003 mit zweistelligen Rückschlägen in Hessen und Niedersachsen. In Hannover wie später in Kiel und Düsseldorf wurden die SPD-Ministerpräsidenten von der CDU aus dem Amt gedrängt. Bei der Europawahl wurde die SPD mit 21,5 % nur halb so stark wie die Union. Der absolute Tiefpunkt waren 9,8 % in Sachsen.

Derzeit ist die SPD noch an sieben der 16 Landesregierungen beteiligt. Nur in fünf Ländern stellt sie in Koalitionen den Ministerpräsidenten. Im Bundesrat ist sie auf die Zustimmung des konservativen Lagers angewiesen, das über 43 der 69 Stimmen verfügt. Im April 2004 hat Franz Müntefering von Schröder den Parteivorsitz der auf knapp 600 000 Mitglieder geschrumpften Partei übernommen. Auch er konnte den Niedergang der alten Volkspartei bislang nicht stoppen.

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