HSH Nordbank
Kapital auf Umwegen

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Die Bank war bereit, doch die Finanzmarktkrise kam dazwischen. Als erste Landesbank wollte die HSH Nordbank, die 2003 aus der Fusion der Landesbanken Schleswig-Holsteins und Hamburgs entstand, den Gang aufs Börsenparkett wagen. Herbst 2008 schien ein guter Termin zu sein. Doch um die Jahreswende war es offensichtlich, dass das Ausmaß der Finanzmarktkrise, welche die HSH Nordbank selbst auch belastete, einen Börsengang unmöglich machte. Wer verschleudert schon gern sein Tafelsilber, werden sich die Mehrheitseigner Hamburg und Schleswig-Holstein gefragt haben.

Doch guter Rat war teuer. Die Bank brauchte Kapital, um auch künftig ihre Ambitionen beispielsweise als weltgrößter Schiffsfinanzierer unter Beweis zu stellen. Da sich die beiden Länder nicht gerade durch sprudelnde Überschüsse auszeichnen, wurden zwei Varianten kombiniert. Zum einen sollen stille Einlagen in haftendes Stammkapital umgewandelt werden. Das bringt auch frisches Kapital, da der US-Investmentbanker Christopher Flowers 300 Millionen Euro aufwenden muss, um seinen Anteil zu halten.

Zum anderen soll eine Pflichtwandelanleihe in Höhe von 960 Millionen Euro, die verzinslich ist, das Kapitaljäckchen der Bank etwas aufpolstern. Diese Anleihe muss nach Ablauf einer in diesem Fall zweieinhalbjährigen Frist in Aktien umgewandelt werden. Umgekehrt kann man wohl so argumentieren: Die Anteilseigner gehen davon aus, dass das Institut spätestens 2011, aber hoffentlich früher den Börsengang nachholen kann. Zwei Jahre später läuft dann übrigens die Haltevereinbarung der Länder und der Sparkassen Schleswig-Holsteins ab. Sie besagt, dass die drei Partner zusammen die Mehrheit an der Landesbank halten müssen. Derzeit halten sie übrigens 73,4 Prozent. Da lässt sich schon ein anständiger Anteil frei handelbarer Aktien errechnen.

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