HSH Nordbank
Kommentar: Offene Fragen

Die HSH Nordbank braucht Kapital. Sie sollte schnell genauer erklären, warum und wozu.
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Der Druck der Finanzmärkte hat auch der HSH Nordbank Beine gemacht. Ursprünglich wollte sie erst am 9. April ihre Bilanz vorstellen. Jetzt sollen schon einen Monat früher die wichtigsten Daten bekanntgegeben werden – drei Tage nach der Aufsichtsratssitzung, die über eine Kapitalerhöhung entscheiden soll.

Es wird höchste Zeit, dass die Landesbank für Transparenz sorgt, im eigenen Interesse. Denn schon wird kolportiert, der HSH müsse ja wohl das Wasser bis zum Hals stehen, sonst wären keine Kapitalmaßnahmen erforderlich. Das verneint die HSH zwar vehement, doch blieb sie bislang den Gegenbeweis schuldig.

Deshalb werden bereits Parallelen gezogen zur BayernLB, die gezeigt hat, dass beruhigende Worte keine Versicherung gegen böse Überraschungen sind: Wochenlang war bei der BayernLB von Belastungen durch die Finanzmarktkrise in Höhe von lediglich „100 Mill. Euro plus x“ die Rede. Schließlich waren es aber satte 1,9 Milliarden Euro. Die Eigner der HSH Nordbank haben den Vorstand ermutigt, möglichst reinen Tisch zu machen. Wo Abschläge nötig sind, sollen sie direkt gewinnmindernd verbucht und nicht versteckt werden. Zudem sollen die Risiken bis einschließlich Februar berücksichtigt werden – die BayernLB orientierte sich am Bilanzstichtag 31.12.

Das Geschäftsmodell der HSH Nordbank scheint nicht grundsätzlich infrage zu stehen, und anders als manch andere Landesbank hat sie sich nicht verzockt. Sie lässt auch keine Zweifel an einem ordentlichen Gewinn aufkommen. Trotzdem bleiben Fragen offen. Wieso signalisieren die Anteilseigner nach dem verschobenen Börsengang so schnell Bereitschaft, selbst eine Kapitalerhöhung zu stemmen? Eine mögliche Erklärung liegt darin, dass der Börsengang wohl länger auf Eis liegen wird als bisher geplant.

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