IAA
Kommentar: Geballter Optimismus

Die Internationale Automobil-Ausstellung IAA soll es richten: Nach drei mageren Jahren will der geplagte Industriezweig endlich wieder mit Erfolgsmeldungen aufwarten.

Die gesamte Autobranche blickt gespannt nach Frankfurt. Die Internationale Automobil-Ausstellung IAA soll es richten: Nach drei mageren Jahren will der geplagte Industriezweig endlich wieder mit Erfolgsmeldungen aufwarten. Ihre Hoffnungen setzt die Branche auf die große Zahl neuer Modelle, die in den kommenden zwei Wochen auf dem Frankfurter Messegelände präsentiert werden.

Doch Vorsicht ist geboten – neue Modelle garantieren per se keine Absatzerfolge. Die Autobranche argumentiert damit, dass der Ersatzbedarf gerade in Deutschland groß ist. Weil viele Autofahrer aus Angst um den Arbeitsplatz länger mit dem alten Gefährt unterwegs seien, müssten die neuen Modelle schnell geordert werden.

Doch diese Rechnung muss nicht unbedingt aufgehen. Die Qualität der heute angebotenen Fahrzeuge hat sich während der vergangenen Jahre deutlich verbessert. Rost ist bei allen großen Herstellern heute kein Problem mehr. Ein Auto hält heute ohne Schwierigkeiten zehn Jahre durch – und das ist nun einmal nicht gerade absatzfördernd.

Nur wer unbedingt das Neueste, Modernste und Schönste durch die Stadt oder über die Autobahn bewegen will, den werden die IAA-Angebote interessieren. Doch solange die Arbeitslosigkeit nicht entscheidend zurückgeht , so lange wird auch die Zahl der von Spaß und Vergnügen getriebenen Autokäufe klein bleiben.

Der gesamte europäische Automarkt ist in den ersten sechs Monaten des Jahres nahezu um drei Prozent geschrumpft. Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen wäre es schon ein Erfolg, wenn Europas Autohersteller mit Hilfe der neuen Modelle zum Ende des Jahres keine Rückgänge mehr melden würden. Einen Absatzsturm werden sie nicht auslösen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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