Ifo-Index
Fette Jahre

Auch auf mittlere Sicht sind die Wachstumsaussichten für Deutschland besser als in den meisten Ländern der Eurozone und den USA.
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Die neuen Zahlen des Ifo-Index zeigen zwei gegenläufige Entwicklungen: Einerseits sind die Unternehmen mit ihrer gegenwärtigen Geschäftssituation zufriedener als im Vormonat; Andererseits sind sie für die Zukunft weniger optimistisch. Was steckt dahinter?

Derzeit läuft es für die Unternehmen rund. Dank der starken Nachfrage aus dem Ausland haben sie volle Auftragsbücher. Allerdings schwächt sich die Konjunktur in Ländern wie den USA und China deutlich ab. Das bremst den Optimismus der hiesigen Exporteure. Es besteht besteht aber dennoch kein Anlass zur Sorge. Die Wachstumsaussichten für Deutschland sind auch auf mittlere Sicht besser als in den meisten Ländern der Eurozone und den USA. Deutschland hat gute Chancen die nachlassenden Exporte durch eine erhöhte Binnenachfrage zu kompensieren.

Dafür spricht die positive Arbeitsmarktentwicklung. Eine höhere Beschäftigung an sich steigert die Kaufkraft, weil die Löhne in der Regel über dem Niveau der Sozialleistungen liegen. Die sinkende Arbeitslosigkeit wird sich aber auch bald in den Tarifabschlüssen widerspiegeln. Die Verhandlungsposition der Gewerkschaften hat sich merklich verbessert. Als Ergebnis sind deutliche Lohnerhöhungen zu erwarten, die die Nachfrage stimulieren werden.

Einen weiteren positiven Impuls könnte die EZB geben. Sie wird wohl noch länger an niedrigen Zinsen festhalten, um Länder wie Griechenland oder Portugal zu stützen. Die EZB-Zinsen orientieren sich zwangsläufig an der durchschnittlichen Wirtschafts- und Inflationsentwicklung in der Eurozone. Für Deutschland bedeutet das nun: Niedrige Zinsen, trotz vergleichsweise hoher Wachstums- und Inflationsraten. Dies macht auch Investitionen in Immobilien und andere Vermögensgegenstände attraktiver, was ebenfalls die Nachfrage erhöht und dem Aufschwung eine starke Eigendynamik verleiht. Der deutschen Wirtschaft stehen fette Jahre bevor.

Kommentare zu " Ifo-Index: Fette Jahre"

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  • Den deutschen Aktionären stehen fette Jahre bevor- so muß der satz heißen. Die Staatshaushalte sind am bankrott, die aktionäre sahnen ab- das Prinzip nennt sich Shareholder Value. Keine Verschuldung ist miserabel und schändlich genug , Hauptsache das geld landet letztendlich bei den reichen und bei den Lobbys. Dieser zustand scheint dem artikelschreiber wohl wie das Paradies zu sein. aber das Paradies wird leider gestört werden, denn die theorie des ifo-instituts, die hier wiederholt wird, wird kein hohes wachstum einbringen. das sind wolkenkuckucksheime. die propagandistischen Jubelgesänge sollen davon ablenken, daß
    1) in 2011 für Deutschland eine stagnation oder rezession erfolgen wird.
    2) daß deutschland den Preis für seine Export"Erfolge" teuer wird bezahlen müssen, da ansonsten der Euro am ende ist.
    3) daß massive Steuer und Abgabenerhöhungen auf allen Ebenen bevorstehen, oder eben massive einsparungen. deutschland lebt ungeniert auf Pump- mehr als jemals zuvor.
    4) Die Kosten, die aus "bankenrettungen" etc. auf den Staatshaushalt zukommen können, gewaltig sind und jeden halbwegs soliden Haushaltsplan aus den Angeln heben.
    Die behauptung, "fette Jahre" stünden bevor, das trifft für die großkonzerne und deren Eigner zu, ansonsten ist es völliger Quatsch, von "fetten Jahren" zu sprechen. Genau das Gegenteil wird für 99% der bevölkerung der Fall sein.

  • Am Stammtisch diskutiert man geistreicher. Schon erstaunlich welche Schamlspur-Ökonomen hier veröffentlichen dürfen. in spätestens 10 Jahren ist hier Feierabend und es gibt den bekannten Währungsschnitt; d.h Gold oder Canada.

  • Die deutsche Wirtschaft boomt und lässt die Prognosen des iWF bereits in den Himmel wachsen.
    bereits vor Monaten hatte der iWF neue und noch größere Konjunkturstrohfeuerpakete angemahnt, um das zarte Pflänzchen „Aufschwung“ nicht zu gefährden. in den letzten 2 Jahren haben die Staaten weltweit ca. 30 billionen Dollar in banksterrettungs- und Konjunkturstrohfeuerpakete investiert, alles natürlich auf Pump, um einen selbstragenden Aufschwung zu erreichen. beides ist fehlgeschlagen.
    Die bankster sind immer noch so pleite wie Mitte 2007, die sitzen immer noch auf über 600 billionen Dollar absolut wertloser Papierschnipsel, aus den bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren (biZ 06/2008).
    Und so bald ein Konjunkturstrohfeuer abgebrannt ist bricht unser Export in sich zusammen. im Dez. 2009 hatte die chinesische Staatsbank die Kreditvergabe an Jedermann eingeschränkt und im Jan. 2010 sind unsere Exporte um 50% gesunken.
    in den USA lief im April die Steuergutschrift für Neubauten aus, im Juni sind die Neubauten um 32% eingebrochen, der stärkste Rückgang seit beginn der Aufzeichnungen.
    Um die US-Wirtschaft vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren hatte Obama die Rückzahlung der Kreditkarten- und Kleinkredite in Höhe von 2700 Milliarden Dollar auf unbegrenzte Zeit hinausgeschoben. Dank Muttis Exportbürgschaften kann sich jetzt jeder Arbeitslose in den USA den Wunsch nach 4 Rädern Made in Germany ohne Anzahlung erfüllen. Die erste Rate in 2 Jahren. Aber es geht aufwärts, das ist wichtig. Wichtig für Mutti und für die Amis, deren Selbstwertgefühl nicht so stark darunter leidet, wenn sie mit einem neuen Auto zur Suppenküche fahren.
    Unsere derzeitigen und künftigen Exporterfolge, erfreulich für alle EU-Finanzminster, die bereits auf die Schecks aus berlin warten, um deren Armageddon noch a bissl rauszuschieben.

    Die Welt verändert sich jeden Tag. Unsere zukünftige Abnehmer sind die Schwellenländer, Russland und China. Das hat auch Mutti schon verstanden. Mit Löhnen, die sich seit 1995 nicht mehr erhöht haben erarbeiten wir Wohlstand, um damit Länder zu beglücken, die bis zu 50% höhere Löhne haben und schon mit 50, 55 und 60 in Rente gehen. Für die binnennachfrage bleibt da nix mehr übrig, außer vielleicht schon wieder mit noch mehr Schulden.

    Daran scheitert die Europäische Union. Wir müssen die Weichen neu stellen und uns auf die zukünftigen Märkte einstellen. Ein Austritt aus der EU und die Wiedereinführung der DM könnte uns davor bewahren, den Wohlstand zu verschenken, den unsere Eltern und Großeltern mit viel Schweiß aufgebaut haben. Außerdem müsste Schäuble den 31.08., ab dem Tag für das Finanzamt gearbeitet wird, um ein halbes Jahr vorverlegen. Die Gründe für einen Austritt Deutschlands aus der EU lassen die Nachteile verblassen.

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