IG Metall: Falsche Propheten

IG Metall
Falsche Propheten

Die IG Metall profitiert in ihren lohnpolitischen Ansprüchen nicht nur von der Konjunktur. Sie segelt auch auf der Welle eines Gefühls, die Arbeitnehmer kämen generell zu kurz. Erst Agenda 2010, nun Rente mit 67, dazu prominente (nicht repräsentative) Beispiele für unmäßig steigende Managergehälter – all das schwingt mit, wenn sie nun in die Tarifschlacht zieht.

Man kann das verstehen, sollte aber bedenken, was die IG Metall lieber verschweigt: In der Metallindustrie sind die Löhne auch in den Flautejahren überdurchschnittlich gestiegen, mit der aktuellen Niedriglohndebatte hat die Branche schon gar nichts zu tun. Reformen am Arbeitsmarkt und bei der Rente belasten die Binnennachfrage nicht. Sie stärken vielmehr die Kaufkraft, weil damit mehr Menschen Chancen auf Beschäftigung erhalten.

Anders verhält es sich indes mit überhöhten, undifferenzierten Tarifabschlüssen: Sie gefährden Arbeitsplätze und schaffen jenes Gerechtigkeitsproblem, das die IG Metall angeblich lösen will.

Dietrich Creutzburg
Dietrich Creutzburg
Handelsblatt / Korrespondent
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