IKB
Aufsichtsräte in der Pflicht

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Da werden die Mitglieder des prominent besetzten IKB-Aufsichtsrats erleichtert aufgeatmet haben: Das Gutachten der Wirtschaftsprüfer von Pricewaterhouse Coopers entlastet sie. Zwar waren sie danach über die Zweckgesellschaft Rhineland Funding informiert und auch über die Liquiditätszusagen der IKB an das außerhalb der Bilanz geführte Unternehmen, die dem Institut letztlich den Hals brachen. Doch weitere Details der IKB-Verflechtung mit Rhineland Funding habe der Vorstand den Aufsichtsräten vorenthalten, sagen die Sondergutachter. Ergo sei es dem Aufsichtsrat nicht möglich gewesen, die Risiken zu erkennen.

Als Freibrief dafür, ihre Aufgabe auch künftig so wahrzunehmen wie bisher, sollten die Aufsichtsräte das Gutachten jedoch auf keinen Fall verstehen. Wenn sie nur weiter nachgehakt hätten, wären sie auf die gravierenden Mängel im Risikomanagement gestoßen: Die Zweckgesellschaften der IKB waren bekannt, Ratingagenturen hatten angemerkt, dass die Liquiditätszusagen in immer luftigere Höhen stiegen.

Die Aufseher müssen ihre Aufgabe überdenken: Bankgeschäfte werden immer komplexer, der Kapitalmarkt wird immer wichtiger. Damit steigen die Anforderungen an die Kontrolleure. Auch eine kleinere Bank wie die IKB lässt sich nicht mehr nebenbei von Politikern oder Unternehmern kontrollieren. Ratingagenturen und Wirtschaftsprüfer ziehen derzeit ihre Lehren aus der Krise. Da sollten auch die Bankaufsichtsräte ihre Rolle kritisch hinterfragen.

Dazu gehört zu prüfen, ob sie künftig nicht einen noch größeren Teil ihrer Zeit der Kontrolle der Bank widmen müssen. Letztlich führt das zu der Frage, ob das überhaupt noch nebenamtlich geht und ob wir nicht hauptberufliche Aufsichtsräte brauchen.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland

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