IKB
Eigentum verpflichtet

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Als die IKB Ende Juli am Rande des Zusammenbruchs stand, ging es ganz schnell. Über das Wochenende wurde ein milliardenschweres Rettungspaket geschnürt. Am Tisch saß damals die gesamte deutsche Finanzbranche –Genossenschaftsbanken und Sparkassen inklusive.

Eigentlich wäre es in erster Linie eine Angelegenheit der Aktionäre gewesen – namentlich der KfW, die 37,8 Prozent an der Mittelstandsbank hält. Denn jeder weiß, dass Eigenkapitalengagements nicht nur höhere Renditechancen, sondern eben auch mehr Risiko mit sich bringen. Aber die Angst vor einem Flächenbrand und einer nachhaltigen Beschädigung des Finanzplatzes Deutschland sorgte dafür, dass sich entgegen dieser Weisheit alle am Tisch spendabel zeigten.

Jetzt stellt sich mehr und mehr heraus, dass die IKB bei weitem noch nicht aus dem Schneider ist. Kein Wunder, denn seit dem Sommer hat sich die Lage an den Märkten in vielen Bereichen weiter verschlechtert. Auch wäre es blauäugig gewesen anzunehmen, dass sich im Rahmen eines über Nacht zusammengestrickten Rettungspakets alle Risiken angemessen abdecken ließen.

Bleibt die Frage, wer diesmal einspringt. Sicherlich: Die Branche kann kein Interesse an einem Kollaps der IKB haben. Sie sollte aber nicht permanent die Suppe auslöffeln müssen, die andere eingebrockt haben. Vom kräftigen IKB-Kursanstieg und der Dividendenerhöhung der vergangenen Jahre haben ja auch die KfW und die anderen Eigentümer profitiert. Dass dabei trotz prominentester Vertretung im Aufsichtsrat nicht bemerkt wurde, welche riskanten Engagements die IKB eingeht, ist umso trauriger. „Eigentum verpflichtet“, heißt es im Grundgesetz. Das gilt auch für Aktionäre. Wenn man den Schaden schon nicht verhindern konnte, sollte man wenigstens die Lasten der Aufräumarbeiten nicht noch anderen aufhalsen.

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