IKB
Kommentar: Traurige Rettung

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Noch ist es zu früh zur endgültigen Entwarnung. Zwar hat die Bundesregierung sich entschlossen, der angeschlagenen Mittelstandsbank IKB mit einer Milliarde Euro unter die Arme zu greifen und sie vor dem Untergang zu bewahren. Der Betrag reicht aber nicht aus, um das Institut wieder völlig ins Trockene zu ziehen. Er kann vermutlich die reinen Abschreibungsverluste und Eigenkapitalbelastungen abdecken. Aber da die IKB sich nur noch schwer am Kapitalmarkt refinanzieren kann, braucht sie mehr.

Jetzt liegt der Ball bei den privaten Banken, denn ihr Einlagensicherungsfonds müsste im Falle einer IKB-Insolvenz einschreiten. Klar hat die Bundesregierung sie jetzt unter moralischen Druck gesetzt und noch einmal die Folgen einer Insolvenz für die IKB beschrieben. Es ist unwahrscheinlich, dass die Banken sich diesem Druck völlig verweigern. Das sollten sie auch nicht. So sind die Chancen gut, dass eine drohende Insolvenz ein weiteres Mal abgewendet wurde.

Aber dass die Bundesregierung ihre Kapitalhilfen für die IKB bereits verkündet hat, ohne sich mit den Banken über deren Anteil wirklich einig zu sein, zeigt, wie verzweifelt die Lage in Düsseldorf ist. Die Uhr tickt. Und auch nach den Kapitalhilfen wird die IKB es schwer haben, über den Kapitalmarkt Geld zu attraktiven Konditionen zu bekommen. Das ist schade für eine Bank mit einem guten Kerngeschäft, deren ehemaliges Management den Ruf über riskante Spekulationen verspielt hat.

Zum Feiern taugt der Anlass deshalb keinesfalls. Ordnungspolitisch ist es traurig, dass der Bund und letztlich der Steuerzahler für die Fehler ehemaliger Bankenvorstände bezahlen müssen. Es galt für den Bund ebenso wie für den Verband der privaten Banken, das kleinere Übel im Vergleich zu den weitreichenden Effekten einer Insolvenz zu wählen.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland

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