IKB
Kommentar: Zurück zu den Wurzeln

Es mag ein spannender Ausflug gewesen sein, den die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB in den vergangenen fünf Jahren in die weltweiten Verbriefungsmärkte unternommen hat – ein teurer war es allemal. In diesem bis Ende März laufenden Geschäftsjahr rechnet der Konzern, wie er am Montag mitteilt, mit einem Jahresfehlbetrag von 600 bis 700 Mill. Euro.
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Gerade einmal zwei Monate ist es her, da hatte die IKB einen Rekordgewinn von 280 Mill. Euro angepeilt. Dazwischen liegen Welten. Und die Schäden sind mit dem Jahresverlust nicht annähernd abgedeckt, schließlich ermöglicht nur ein 3,5 Milliarden Euro schweres Rettungspaket der IKB überhaupt das Weiterbestehen. Schuld an der Misere ist eben jener 2002 begonnene Ausflug in die internationale Verbriefungswelt, bei dem die IKB letztlich zur Wettanstalt zwischen Zinsdifferenzen kurz- und langfristiger Wertpapiere wurde – und sich parallel noch sieben Milliarden der Papiere aufs eigene Buch nahm.

Damit ist jetzt Schluß. „Investitionen in internationale strukturierte Wertpapierportfolien“ werden aus dem Geschäftsmodell verbannt. Das noch bestehende Wertpapierportfolio wird restrukturiert. Der neue Fokus der IKB ist der alte vor dem riskanten Ausflug: Firmenkunden, Leasing, privates Beteiligungskapital, Immobilien- und strukturierte Finanzierung.

Damit werde der Gewinn nun auf ein niedrigeres Niveau als in den Vorjahren sinken, aber dafür stabil sein, prognostiziert die IKB. Um die Großkunden zeitgemäß zu betreuen, braucht die IKB weiter das Wissen um innovative Finanzierungslösungen. Nichts spricht auch gegen die Verbriefung eigener Kredite. Doch als reiner Betreiber milliardenschwerer Verbriefungsstrukturen taugt die IKB nicht. Das musste sie schmerzhaft erfahren.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland

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