IKB
Signale machen wenig Mut

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Dass die IKB erneut eine Finanzspritze braucht – und bekommen hat – kann nach den Gerüchten, Spekulationen und Diskussionen der vergangenen Tage niemanden mehr überraschen. Angesichts bereits sehr real bestehender Verlustrisiken von 5,8 Mrd. Euro sind die nun zusätzlich zur Verfügung gestellten 350 Mill. Euro ohnehin fast Peanuts. Es sind vielmehr andere Aspekte, die einen aufhorchen lassen sollten.

So scheinen die Vertreter der einzelnen Säulen des deutschen Kreditwesens nochmals zum Portemonnaie zu greifen – was doch bis zuletzt hinter vorgehaltender Hand kategorisch abgelehnt wurde. Dass man sich hier um 180 Grad gedreht hat, macht zum einen deutlich, wir kritisch die Lage bei der krisengeschüttelten Mittelstandsbank ist. Zum anderen aber auch, wie blank die Nerven bei den anderen Häusern liegen. Und wie schnell ein Kollaps der IKB möglicherweise andere mit in den Abgrund reißen könnte. Ganz zu schweigen von dem fatalen, weltweit sichtbaren Signal, das nach den Turbulenzen im Sommer erneut vom heimischen Finanzplatz ausgehen dürfte.

Ergo wurde in einer langstündigen Nachtsitzung das zweite Notfallpaket geschnürt und so womöglich die schlimmste Bankenpleite der deutschen Nachkriegszeit verhindert. Dass sich schon wenige Stunden danach Bundeswirtschaftsminister Michael Glos genötigt fühlt, von möglichen weiteren Problemen zu sprechen, macht wenig Mut.

Schon jetzt ist so gut wie sicher, dass die IKB eine Kapitalerhöhung braucht, um zu überleben. Von etwaigen weiteren, unentdeckten Risiken ganz zu schweigen. Vom Eis ist die Kuh noch lange nicht.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent

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