IKB
Warten auf die Wahrheit

Es sind die zeitlichen Vorschriften der Börse, die die Mittelstandsbank IKB dazu gezwungen haben, Quartalszahlen vorzulegen, an die sie selbst nicht so recht glaubt. Deshalb geben Analysten auch wenig auf die am Freitagvormittag präsentierten Ergebnisse. Warum mit der Wahrheit erst im Oktober zu rechnen ist. Ein Kommentar von Nicole Bastian.
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Denn noch kämpfen sich die Sondergutachter von Pricewaterhousecoopers durch die Tiefen der IKB-Bücher und deren bisherige Bewertungspraktiken. Erst im Laufe des Oktobers werden sie ihre Ergebnisse vorlegen. Vorher ist mit einem kompletten Bild der Lage bei der stark angeschlagenen Industriebank nicht zu rechnen. Deshalb geben auch Analysten wenig auf die am Freitag vorgelegten Geschäftszahlen zum ersten Quartal März bis Juni, das ohnehin vor der turbulentesten Zeit der Verbriefungskrise liegt.

Anhaltspunkte liefern aber die drastischen Korrekturen bei der Bewertung von Finanzanlagen, die die IKB selbst in diesem Vorkrisenquartal vorgenommen hat. Hier hat sie 43 Millionen Euro Verlust ausgewiesen, nachdem die Bank die „Bilanzansätze und Bewertungen“, die zu weitaus besseren vorläufigen Zahlen führten, noch einmal überprüft hat. Dieser Bewertungsverlust war es, der den Konzerngewinn in die Tiefe riss.

Auf die volle Wahrheit müssen wir noch ein paar Tage oder Wochen warten. Das Oktobergutachten wird dafür zentral sein – und die Frage, ob die IKB danach ihre Jahresprognose von bis zu 700 Mill. Euro Verlust aufrechterhalten oder noch weiter verschlechtern wird. Die Zahlen zum zweiten Quartal, den entscheidenden Monaten Juli bis Ende September, sind danach der zweite Quell der Wahrheit, denn sie sollten erste Anzeichen darüber geben, ob sich das Verbriefungsdesaster der IKB auch auf das bis dato gut laufende Kerngeschäft, der Finanzierung mittelständischer Unternehmen, negativ auswirkt.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland

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